Schlüsseltechnologien

USA beschränken Export von KI-Chips

1. September 2022, 10:14 Uhr | dpa/Martin Fryba | Kommentar(e)
Nvidia-CEO Jen-Hsun Huang präsentiert den High-Performance-SoC »Tegra X1«
Nvidia-CEO Jen-Hsun Huang präsentiert den High-Performance-SoC »Tegra X1«, viele seiner Chiops darf der Tevchnologiekonzern nicht mehr in China und Russland verkaufen
© Nvidia

Nvidia, aber auch AMD dürfen bestimmte Chips nicht mehr nach China und Russland liefern. Vor allem für Nvidia ist das ein harter Schlag, die Börse reagierte prompt.

Die USA haben neue Beschränkungen für den Export von Hochleistungschips nach China und Russland verhängt. Die Restriktionen betreffen Mikroprozessoren, die vor allem bei Anwendungen der künstlichen Intelligenz benötigt werden. Der US-Chiphersteller Nvidia erklärte am Mittwoch (Ortszeit), dass amerikanische Behörden verfügt hätten, den Export von zwei Hochleistungschips nach China zu stoppen. Damit solle unter anderem die Fähigkeit chinesischer Firmen eingeschränkt werden, Hochleistungssysteme zur Gesichtserkennung bauen zu können.

Nvidia ist bei Verbrauchern vor allem für seine Grafikchips bekannt. Leistungsstarke Grafikprozessoren (GPUs) sind aber auch in der Lage, rasend schnell Rechenschritte für das maschinelle Lernen abzuarbeiten. Von den Exportbeschränkungen sind nach der Erklärung von Nvidia gegenüber US-Börsenaufsicht SEC die Baureihen A100 und H100 betroffen. Auch der Chiphersteller AMD erklärte, er habe eine ähnliche Verfügung seine GPU-Produktlinie erhalten. Auch hier geht es um Chips, die sich vor allem für KI-Berechnungen eignen.

Die Regierung von Präsident Joe Biden versucht seit Monaten, den High-Tech-Export in Länder wie China und Russland stärker zu regulieren. Zuletzt hatte das Handelsministerium eine Vorschrift eingeführt, die den Export von Chipdesignsoftware blockieren könnte, die für die Herstellung der nächsten Chipgeneration erforderlich ist. China ist ein wichtiger Markt von Nvidia. Die Exportbeschränkungen könnten laut der Mitteilung des Unternehmens bis zu 400 Millionen Dollar Quartalsumsatz kosten. Die Aktie des Unternehmens gab nachbörslich um knapp 6,6 Prozent nach.

Rasanter Kursverlust
Die durch den Krieg Russlands gegen die Ukraine einsetztende Diskussion  um grundsätztliche Handelsbeschränken für Länder mit autoritären Regierungen schadet Nvidia massiv. Mit seinen Hochleistungschips hat sich der US-Technologiekonzern seit längerem schon auf die Schlüsseltechnologie Künstliche Intelligenz und den weltweiten Export seiner Komponenten ausgerichtet. Bis Mitte November vergangenen Jahres kannte der Aktienkurs von Nvidia nur eine Richtung: steil nach oben. Dann alllerdings ging es ebenso steil bergab. Die Aktie des einztigsten Börsenlieblings erreichte Ende November mit knapp 300 US-Dollar ein Allzeithoch, verlor dann aber mehr als die Hälfte an Wert.


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