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Studien zu Mainframe-Einsatz

Vertrauen in Mainframes ist ungebrochen

30. Oktober 2009, 12:26 Uhr   |  Bernd Reder | Kommentar(e)

Vertrauen in Mainframes ist ungebrochen

Eine Studie von Attachmate bestätigt die nach wie vor weite Verbreitung von Host-Rechnern. Die Zurückhaltung bei der Migration ist laut der Untersuchung bei den Anwendern immer noch groß, vor allem dann, wenn es um vertrauliche und unternehmenskritische Daten geht.

Im September dieses Jahres führte Attachmate eine Online-Befragung zum Einsatz von Mainframes in Unternehmen durch. Außerdem ging es um die Frage, welche Rolle die Migration dieser Altsysteme und ihre Integration in serviceorientierte Architekturen spielt. Für die Studie wurden 132 Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zum Einsatz von Legacy-Systemen in ihren Unternehmen online befragt.


So leistungsfähig wie 232 x86-Server ist
laut IBM der Mainframe z 10 Business
Class.

Nahezu 50 Prozent der Befragten gaben an, dass sie nach wie vor Mainframe-Systeme in ihrem Unternehmen einsetzen und kritische Firmendaten und wichtige Anwendungen mithilfe von Legacy-Host-Systemen verwalten.

In den kommenden zwei bis drei Jahren wird sich daran laut der Untersuchung von Attachmate bei der Hälfte der befragten Firmen auch nichts ändern. Die anderen 50 Prozent wollen allerdings die Großrechner ablösen, entweder durch eine SOA-Infrastruktur, Web-Services oder über Erweiterungen der Host-Architektur.

Angst vor Migration

Ein wichtiger Grund dafür, dass Anwender an Großrechnern festhalten, ist die Einschätzung, dass eine Migration große Risiken birgt. Speziell in Branchen wie dem Bankwesen oder bei Versicherungen lagern auf Mainframes kritischste Daten. Deshalb fassen die IT-Abteilungen laut der Studie diese Infrastruktur nur höchst ungern an, nach dem Motto »Never change a running system«.

Ein weiterer Grund für die zögerliche Migrationsbereitschaft sind die Kosten, die mit einer solchen Umstellung verbunden sind. Gut ein Drittel der Studienteilnehmer nannten die Kosten als größte Herausforderung, wenn es darum geht, die Terminalemulations-Software upzugraden.

Andererseits sind es gerade die Kosten, welche die IT-Leiter dazu bewegen, auf eine neue Terminalemulation umzustellen. An die 56,6 Prozent würden einem anderen Produkt den Vorzug geben, wenn dieses unter dem Strich preisgünstiger wäre.

Auch IDC sieht höhere Mainframe-Ausgaben

Die Notwendigkeit, neue Funktionen einzuführen, ist laut Attachmate in 31,6 Prozent der Fälle der Auslöser für eine Abkehr von altgedienten Host-Systemen.

Auch eine Studie von IDC vom September ergab, dass Mainframes noch lange nicht zu alten Eisen gehören. Die Hälfte der Firmen, die IDC im Rahmen der Studie befragte, wollen die Ausgaben für Großrechner-Hard- und –Software in den kommenden fünf Jahren sogar noch erhöhen.

Die Zuverlässigkeit und das hohe Sicherheitsniveau von Mainframes sind laut IDC die Hauptursachen dieser Entwicklung. Hinzu kommt, dass viele Firmen Datenbanken auf Großrechnern vorhalten. Diese auf andere Systeme zu portieren, sei zu aufwändig und bringe keinen unmittelbaren Nutzen.

Vom »Beharrungsvermögen« der User profitiert laut IDC in erster Linie IBM z-Series-Rechnerlinie. Anwender nutzen diese Maschinen zunehmen dazu, auch Linux- und Java-Applikationen darauf laufen zu lassen.

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