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Sinkende Konsumlust

Verunsicherung durch Corona-Sorgen und steigende Preise

26. August 2021, 17:17 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)

Verunsicherung durch Corona-Sorgen und steigende Preise
© stokkete - Fotolia

Der Privatkonsum hat die deutsche Wirtschaft im Frühjahr in Schwung gebracht. Doch jetzt sinkt die Kauflaune der Menschen. Gute Nachrichten gibt es dagegen vom Arbeitsmarkt und von Deutschlands Top-Konzernen.

Börsenschwergewichte verdienen wieder Milliarden, doch der Privatkonsum als wichtiger Motor der deutschen Konjunktur gerät ins Stottern. Steigende Preise, neue Corona-Sorgen und nachlassende Konjunkturerwartungen bremsen die Lust auf größere Einkäufe, wie aus der jüngsten Verbraucherumfrage des Nürnberger GfK-Instituts hervorgeht. Am Arbeitsmarkt setzt sich die Erholung dagegen fort.

Der GfK-Konsumklimaindex sank von -0,4 Punkten im August auf -1,2 Punkte im September. Die Euphorie über die anziehende Konjunktur habe abgenommen, hieß es. Hinzu komme, dass die Inflation in Deutschland im Juli auf 3,8 Prozent stieg. Rasant steigende Preise wirkten sich erfahrungsgemäß „dämpfend auf die Konsumlaune aus“, sagte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl am Donnerstag. Angesichts der Niedrigzinsen „empfinden die privaten Haushalte die Inflationsraten als noch bedrohlicher für ihre Kaufkraft“, auch wenn ein großer Teil ein Einmal-Effekt nach der befristeten Senkung der Mehrwertsteuer 2020 sei.

Dazu kommen wieder zunehmende Corona-Infektionen und Diskussionen über den Umgang mit Ungeimpften. Das habe die Konsumenten spürbar verunsichert, sagte Bürkl: „Sie befürchten, dass Beschränkungen sogar wieder verschärft werden könnten. Dies drückt derzeit offenbar auf die Konsumstimmung.“

Die Konsumlust der Verbraucher hatte Europas größte Volkswirtschaft im zweiten Quartal aus dem Corona-Tief des Jahresbeginns gezogen. Der Privatkonsum trug wesentlich zum Wachstum der Bruttoinlandsproduktes von 1,6 Prozent gegenüber dem ersten Vierteljahr bei. Die deutsche Industrie klagt hingegen über Lieferengpässe und Materialmangel.

Dem Arbeitsmarkt kann eine drohende vierte Corona-Welle bisher nichts anhaben. Das Arbeitsmarktbarometer des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) stieg im August auf ein Rekordhoch von 107,6 Punkten. „Der Optimismus der Arbeitsagenturen wächst trotz der anrollenden vierten Corona-Welle“, sagte Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen. Ausschlaggebend dafür seien die Impffortschritte und der wirtschaftliche Aufschwung. „Entscheidend für die weitere Erholung des Arbeitsmarkts ist, ob die Pandemie ohne neuerliche gravierende Einschränkungen kontrolliert werden kann.“

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