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Chromebook-Absatz mehr als verdreifacht

Von der Lachnummer zum Verkaufsschlager

22. Juni 2021, 13:25 Uhr   |  Lars Bube | Kommentar(e)

Von der Lachnummer zum Verkaufsschlager
© HP

Der steile Aufstieg der Chromebooks geht ungebremst weiter. Im ersten Quartal legten die Verkaufszahlen noch einmal um 275 Prozent zu. Zwei Hersteller dominieren den Markt derzeit, die größten fünf Anbieter kommen zusammen auf über 90 Prozent.

Zehn lange Jahre waren Chromebooks eine Art ewiges Talent der mobilen Computerwelt: Obwohl sie permanent von vielen Herstellern und Experten als günstige Alternative sowohl für Privatkunden als auch Unternehmen angepriesen wurden, blieb der erhoffte Erfolg aus. Abgesehen von Amerika und einigen abgelegenen Märkten sahen die Kunden in ihnen –zu Unrecht – eine Art Notebooks zweiter oder gar dritter Klasse und ignorierten die Geräte mit Googles Chrome OS bei ihren Kaufentscheidungen hartnäckig. Doch mit der Covid-Pandemie und ihren neuen Computing-Realitäten änderte sich das schlagartig. Plötzlich mussten hunderte Millionen Arbeits- und Lerngeräte beschafft werden. Nicht nur ihr Preisvorteil rückte die Chromebooks dabei plötzlich in den Fokus von CIOs, mobilen Arbeitern und Eltern. Einen wesentlichen Anteil daran hatte auch die Chipkrise. Vielfach wurden Chromebooks vor allem deshalb gekauft, weil Notebooks schlichtwegs nicht mehr verfügbar waren.

Diese lang ersehnte Chance haben die unverdrossenen Hersteller für sich genutzt und die Kunden von den Vorteilen des Konzept und seiner Leistungsfähigkeit überzeugt. Das zeigt sich unter anderem daran, dass die Verkäufe seit nunmehr eineinhalb Jahren stetig zunehmen und das Vertrauen der Kunden mithin wächst. Wurde schon im ersten Quartal 2020 laut Canalys ein deutlicher neuer Verkaufsrekord mit rund 3,2 Millionen weltweit abgesetzten Chromebooks aufgestellt, vervierfachte sich die Nachfrage bis zum Jahresende beinahe, sodass im vierten Quartal rund 11 Millionen der Geräte über die Ladentheke gingen. Und obwohl sich die Liefersituation bei vielen Notebooks inzwischen verbessert hat, wächst die Nachfrage nach Chromebooks ungebremst weiter. Im ersten Quartal 2021 wurden fast 12 Millionen ausgeliefert, nochmals 275 Prozent mehr als beim ersten Covid-getriebenen Rekord aus dem Vorjahr. Die Verkaufszahlen klassischer Notebooks legten gleichzeitig um etwa 60 Prozent zu. „Chromebooks sind jetzt ein echtes Mainstream-Computing-Produkt“, folgert Brian Lynch, Canalys Research Analyst.

Die wichtigste Kundengruppe ist zwar nach wie vor im Education-Bereich zu finden, etwa bei Schulen und Bildungseinrichtungen sowie Familien mit mehreren schulpflichtigen Kindern, die für digitales Lernen ausgerüstet werden müssen. Dennoch, betont Lynch, hat auch „ihre Beliebtheit bei Verbrauchern und traditionellen gewerblichen Kunden im Laufe des letzten Jahres neue Höhen erreicht“. Immerhin bieten Business-Chromebooks den IT-Verantwortlichen Sicherheit und Administrierbarkeit auf aktuellstem Stand und den Nutzern über Lösungen wie Parallels Desktop for HP Chrome Enterprise Zugriff auf ihre gewohnten Windows-Applikationen und System-Umgebungen. „Google ist jetzt in einer starken Position, um Chromebooks in Zusammenarbeit mit seinen OEM-Partnern und dem Channel eine rosige Zukunft zu sichern“, ist sich Lynch sicher.

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1. Von der Lachnummer zum Verkaufsschlager
2. So profitiert der Channel vom Chromebook-Boom

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