Der große Mangel

Wirtschaft und Verbraucher in der Engpassfalle

27. Dezember 2021, 14:48 Uhr | dpa | Kommentar(e)
Chipkrise
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Handwerker, Halbleiter, Handelswaren und darüber hinaus – an vielen Stellen sitzen Konsumenten und Unternehmen auf dem Trockenen. Die Engpässe treiben zusätzlich die Preise. Wo macht der Mangel am meisten Probleme? Und wie lange hält er noch an?

Wenn man mal warten muss, schön und gut – das kennt man bei der Bestellung von größeren Anschaffungen wie Autos, Möbeln oder ausgefallenen Artikeln im Online-Handel. Aber dass auch mal nichts oder nur sehr spät geliefert wird, ist in der vernetzten Konsumgesellschaft fast schon ein Ausnahmezustand. Zurzeit erleben viele Menschen und Betriebe, wie sich die Versorgungskrise immer mehr ausweitet. Mehrere Faktoren spielen dabei eine Rolle: der globale Frachtverkehr, Produktionsprobleme bei verschiedenen Gütern, teurere Rohstoffe und nicht zuletzt fehlende Handwerker und Fachkräfte. 2021 - ein Jahr des Mangels. Und ein schnelles Ende der Engpässe ist nicht in Sicht.

- Längere Fristen, höhere Preise: Wohl mit am deutlichsten macht sich der große Mangel im Alltag derzeit beim Gang ins Geschäft oder beim Klicken durch den Internet-Shop bemerkbar. Quer durch fast alle Bereiche spüren Verbraucher ausgeweitete Lieferzeiten, wenn die gewünschte Ware - wie so oft - nicht auf Lager ist. Viele Hersteller und Händler haben Preiserhöhungen angekündigt, teils schon umgesetzt.

Es zwickt an allen Ecken und Enden. Fahrradproduzenten und -verkäufer berichten von zu wenigen Schaltungen, Lenkungen und E-Bike-Teilen. Dem Elektronik- und Computerhandel macht der Chipmangel zu schaffen. Laut dem niedersächsischen Handelsverbandschef Mark Alexander Krack wird es beispielsweise auch bei Sportartikeln enger: „Das sind alles Produkte, die vom stockenden Containerverkehr betroffen sind.“ Kunden sollten sich daher frühzeitig über die Verfügbarkeiten informieren. Im Textilhandel kommen manche Modekollektionen ebenso verspätet an.

Die Produktauswahl werde auch lange nach Weihnachten eingeschränkt sein, fasste Klaus Wohlrabe vom Ifo-Institut das Ergebnis einer Umfrage unter 1.000 Einzelhändlern zusammen. 60 Prozent klagten über mangelnden Nachschub. Der Handelsverband Deutschland beurteilt die Lage auf Basis einer eigenen Befragung ähnlich. Die Mehrheit der Mitglieder gab an, zum Jahresendspurt 2021 mehr oder weniger große Umsatzeinbußen wegen der Lieferschwierigkeiten zu erwarten.


  1. Wirtschaft und Verbraucher in der Engpassfalle
  2. Fehlende Baustoffe und Fachkräfte
  3. Keine Autos ohne Chips

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