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Defekte Macbooks

Zwei neue Sammelklagen gegen Apple

07. April 2021, 09:32 Uhr   |  Lars Bube | Kommentar(e)

Zwei neue Sammelklagen gegen Apple
© iFixit

Weil Apple die betroffenen Macbooks trotz des Wissens um Probleme mit dem Displayanschluss und der Tastatur weiterhin verkauft hat, haben Gerichte in den USA jetzt zwei neue Sammelklagen gegen den Konzern zugelassen.

Nach rund fünf Jahren drohen zwei vermeintlich schon überstandene Hardware-Probleme bei Macbooks Apple nun doch noch einmal einzuholen. Zum einen geht es dabei um die anfälligen »Butterfly«-Tastaturen der Notebooks, zum anderen um brüchige Displayanschlusskabel (»Flexgate«). Innerhalb weniger Tage haben Gerichte in den USA jetzt in beiden Fällen Sammelklagen gegen Apple zugelassen. Obwohl Apple mehrfach versucht hatte, die Ausfälle in den Griff zu bekommen, könnten sie damit nun zu teuren Schadenersatzzahlungen führen. Die Richter bemängelten einerseits unzureichende Bemühungen zur Lösung der Probleme sowie den Umstand, dass defekte Teile nicht in allen Fällen kostenlos ausgetauscht wurden. In einigen Fällen mussten die Besitzer dabei über eine Woche auf ihre Geräte verzichten. Noch gewichtiger war den Urteilen zufolge allerdings der Umstand, dass der Hersteller trotz des Wissens um die anfälligen Bauteile die ausgestatteten Geräte weiterhin verkaufte.

Die 2015 vorgestellten Butterfly-Tastaturen erlaubten eine besonders flache Bauform, hatten aber immer wieder mit Problemen und Ausfällen zu kämpfen, insbesondere wenn Staub und Dreck unter die Tasten gelangen. Dass die Probleme nicht ganz so unbedeutend und selten waren, wie Apple zunächst glauben machen wollte, zeigte sich schon daran, dass das Unternehmen sein System in den weiteren Entwicklungsstufen unter anderem mit einer zusätzlichen Membran ausstattete, um das Eindringen von Fremdkörpern zu verhindern. Das konnte die Zahl der Blockaden zwar etwas verringern, aber das Problem nicht gänzlich lösen. 2018 startete Apple dann ein Austauschprogramm für diese Butterfly-Tastaturen der dritten Generation, das jedoch nicht alle damit ausgestatteten Macbook-Modelle umfasst. 2020 kehrte Apple wieder zum klassischen Scheren-System unter den Tasten zurück.

Im Macbook Pro der folgenden Jahrgänge sorgten zudem Teil- und Totalausfälle des Displays für Ärger bei den Kunden. Die Reparaturexperten von iFixit konnten zeigen, dass die Ursache dafür in einem neuen und besonders dünnen Flexkabel lag, das den mechanischen Herausforderungen beim ständigen Auf- und Zuklappen nicht gewachsen war. Ein stabileres Kabel wäre nur wenige Cent teurer und für unter 10 US-Dollar zu haben gewesen. Der Austausch war allerdings deutlich teurer, da Apple das Kabel fest verbaut hatte – wohl um andere Werkstätten an Reparaturen zu hindern, wie die Spezialisten vermuteten.

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