Start mit Einschränkungen

55% der Business-PCs nicht für Windows 11 geeignet

Windows 11: Please wait while loading
© ICT CHANNEL / Screenshot: Microsoft Windows 11 Event

Ab heute gibt es Windows 11 – doch aktuellen Zahlen zufolge ist rund die Hälfte der PCs in Unternehmen nicht mit ausreichender Hardware für die hohen Anforderungen von Microsofts neuem Betriebssystem ausgestattet.

Mit dem heute beginnenden Rollout von Windows 11 dürften sich viele Privatnutzer und Unternehmensverantwortliche an alte Zeiten erinnert fühlen. Denn wer das neue Betriebssystem nutzen will, muss dafür in vielen Fällen zuerst einmal einen neuen Rechner kaufen. Anders als in früheren Jahren ist dafür jedoch nicht ein gestiegener Ressourcenverbrauch der Software selbst verantwortlich, sondern von Microsoft vorgegebene Hürden. Diese betreffen insbesondere die unterstützten Prozessoren sowie die Voraussetzung eines Trusted Plattform Moduls (TPM). Bis auf wenige Ausnahmen kommen nur PCs, in denen mindestens eine Intel-Core-i-CPU der achten Generation, ein AMD ab Zen 2 oder ein SoC aus Qualcomms 7er-Serie steckt, für Windows 11 in Frage – so sie denn gleichzeitig ein TPM ab der Version 2.0 mitbringen. Technisch notwendig wären beide Limits nicht, ohne sie läuft Windows 11 auch auf deutlich älteren PCs, wie die Testphase gezeigt hat. Dennoch setzt Microsoft an diesen beiden Stellen ganz bewusst einen künstlichen Schnitt an, mit dem die Windows-Welt künftig auf ein neues einheitliches Sicherheitsniveau gehoben werden soll.

Grob überrissen fällt damit alles was älter als drei Jahre ist, aus dem Raster. Aber auch nagelneue Rechner sind keine Garantie für die Update-Fähigkeit auf Windows 11, wie in den nächsten Wochen viele Privat- und auch Unternehmenskunden leidvoll feststellen werden. Denn selbst aktuell werden noch regelmäßig Rechner mit Komponenten verkauft, die die Anforderungen nicht erfüllen – auch, weil neue CPUs knapp und teuer sind. Zumindest vorerst dürfte das zur größten Bremse für Windows 11 werden. Denn nicht nur Privatanwender werden sich gut überlegen, ob sie sich dafür extra einen neuen PC anschaffen. Auch Unternehmen haben meist gerade erst ihre Hardware-Landschaft aufgerüstet, um Mobiles Arbeiten zu ermöglichen. Sie dürften daher wenig Interesse und Budget für weitere Käufe haben. Die wären allerdings in vielen Fällen nötig, um den Umstieg vollziehen zu können.

Laut einer aktuellen Analyse des IT-Asset-Management-Anbieters (ITAM) Lansweeper etwa sind weniger als die Hälfte von rund 30 Millionen untersuchten PCs seiner Business-Kunden bereit für Windows 11. Zwar wurde auf knapp 53 Prozent davon ein aktives TPM-2.0 gefunden und auf einigen weiteren war es zwar vorhanden, aber nicht aktiviert. Gleichzeitig haben jedoch nur gut 44 Prozent eine der unterstützten CPU-generationen an Bord. Das lässt schon jetzt vermuten, dass sich viele Unternehmen noch einige Zeit lassen werden, die Migration in Angriff zu nehmen. Noch drängt die Zeit dabei nicht sonderlich, nachdem Windows 10 noch bis 2025 unterstützt und mit Updates versorgt wird. Zumindest mittelfristig darf sich der Hardware-Handel somit abner auf eine weitere Austauschwelle freuen.

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