Abo wird 30 Prozent teurer

Amazon erhöht die Prime-Preise spürbar

27. Juli 2022, 11:08 Uhr | Lars Bube | Kommentar(e)
Primär frustriert
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Die Jahres-Mitgliedschaft bei Amazon Prime wird in Deutschland ab Herbst um 30 Prozent teurer. In einigen anderen Ländern wie Frankreich und Italien fällt die Preisanpassung sogar noch deutlich höher aus, während die Briten glimpflicher davonkommen.

Nach der letzten Erhöhung in den USA dreht Amazon jetzt auch in Europa kräftig an der Preisschraube für seine Prime-Mitgliedschaft. In Deutschland steigen die Gebühren für das monatliche Abonnement des Premium-Services um gut 12 Prozent von 7,99 auf 8,99 Euro. Das Jahrespaket verteuert sich gar um mehr als 30 Prozent und kostet künftig 89,90 statt bisher 69 Euro. Durch diese asymmetrische Anpassung verringert sich der Preisvorteil eines Jahresabos um rund ein Drittel, statt knapp 27 Euro sparen sich die Kunden damit künftig nur noch knapp 18 Euro pro Jahr. Auch Kunden mit einer um 50 Prozent reduzierten Gebühr, wie etwa Schüler und Studenten, müssen damit entsprechend tiefer in die Tasche greifen. Die erhöhten Preise gelten für alle Neukunden und Vertragsverlängerungen ab dem 15. September 2022. Wer sein Abonnement also dereinst vor diesem Datum abgeschlossen hat, hat im besten Fall also noch knapp ein Jahr Zeit, bevor ihn die zusätzlichen Kosten treffen. Der Leistungsumfang des Pakets bleibt indessen gleich, einen Mehrwert, etwa in Form neuer inkludierter Services, bekommen die Kunden nicht.

Amazon begründet die Verteuerung mit „generellen und wesentlichen Kostenänderungen aufgrund von Inflation, die auf von uns nicht beeinflussbaren äußeren Umständen beruhen“. Das dürfte jedoch nur die halbe Wahrheit sein, wie ein Blick auf andere Länder und Regionen zeigt, in denen die Preisanpassungen höchst unterschiedlich ausfallen. Während es in Deutschland etwa die erste Erhöhung des Prime-Preises seit fünf Jahren ist, hat Amazon in dieser Zeit in anderen Ländern schon mehrfach zugelangt und setzt auch bei der aktuellen Runde den Preishebel unterschiedlich stark an. Interessant ist dabei vor allem, wie sehr Amazon bei der Preisgestaltung in verschiedenen Ländern die lokale Bindungsbereitschaft der Kunden sowie die eigene Marktmacht mit einbezieht. Am teuersten ist das Prime-Abo im Heimatmarkt USA, wo es seit dem Frühjahr 139 Dollar kostet. Weil Amazons Marktführerschaft dort am stärksten ausgeprägt ist, fehlen den Kunden die Alternativen.

In Großbritannien, Amazons drittstärkstem Markt, werden die Gebühren jetzt hingegen nur um moderate 20 Prozent von 79 auf 95 britische Pfund angehoben, liegen damit aber ebenfalls deutlich über dem Wert in Deutschland. Dafür müssen die Kunden in Spanien, Italien und Frankreich ab Herbst zwischen 39 und 43 Prozent mehr für ihr Prime-Abonnement berappen. Andererseits kostet die Prime-Mitgliedschaft in Frankreich nach der saftigen Erhöhung von 49 auf 69,90 Euro nur in etwa so viel wie hierzulande bisher.

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