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Vorwurf der Mitarbeiterüberwachung

Amazon: »Jeden Handgriff überwachen? Nein!«

03. Dezember 2020, 07:49 Uhr   |  Martin Fryba | Kommentar(e)

Amazon: »Jeden Handgriff überwachen? Nein!«
© Amazon

»Nach unserer Einschätzung sind diese Systeme im Einklang mit den Verordnungen und Gesetzen in Deutschland und in der EU«, so Amazons Kommunikations-Chef Stephan Eichenseher gegenüber ICT CHANNEL

Man habe keine Überwachungssoftware, sondern ein Warenwirtschaftssystem, reagiert Amazon auf Vorwürfe, Logistikmitarbeiter lückenlos zu überwachen. Die in der Kritik von Datenschützern stehende Datenerhebung sei rechtmäßig, so Amazon gegenüber ICT CHANNEL.

Auf einen Bericht von ICT CHANNEL über im Raum stehende Datenschutzverstöße bei der Erhebung von Leistungsdaten von Logistikmitarbeitern reagiert Amazon prompt. »Wie jeder Logistiker messen auch wir unsere Leistung und stellen die Qualität sicher, die Kunden von uns erwarten«, so Amazon-Sprecher Stephan Eichenseher. Was Medien, auch ICT CHANNEL, mit Überwachungssystem übersetzen, nennt Amazon »Warenwirtschaftssystem«, wie es die meisten Logistiker auf dieser Welt hätten, so der Kommunikationschef. »Eine Leistungskontrolle gegen individuelle Zielvorgaben erfolgt mit diesem System nicht«, sagt Eichenseher in einen früheren Video, das Amazon als Erwiderung auf einen entsprechenden Bericht des ARD-Magazins Panorama noch am gleichen Sendungstag, 15.Oktober 2020, online stellte.

Niedersachsens Datenschützerin Barbara Thiel hat Amazon mittlerweile einen Bescheid zugestellt, weil sie die Erhebung von Daten im Zuge von Leistungserhebungen von Mitarbeitern nicht mit dem Datenschutz gedeckt sieht. In ihrem Zuständigkeitsbereich steht das Amazon-Logistikzentrum in Winsen an der Luhe – südöstlich der Metropolregion Hamburg gelegen. Dort fordert sie Amazon auf, solche Praktiken zu unterlassen. Laut Amazon sind davon »Details der Datenerhebung« betroffen, nicht aber das Warenwirtschaftssystem als solches.

Amazon ist der Meinung, dass »diese Systeme im Einklang mit den Verordnungen und Gesetzen in Deutschland und in der EU« seien. »Tatsächlich hält die Landesdatenschutzbehörde Niedersachsen in ihrem Bescheid fest, dass wir nicht daran gehindert sind, die Systeme weiter zu nutzen«, präzisiert Amazon-Sprecher Eichenseher. Die Art und Weise der Datenerhebung sei »rechtmäßig«. Daher werde Amazon die Entscheidung der niedersächsischen Datenschutzbehörde gerichtlich überprüfen lassen, beteuert Eichenseher.

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