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Apple vs »Fortnite«

App-Store-Prozess hat begonnen

04. Mai 2021, 13:38 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)

App-Store-Prozess hat begonnen
© Epic Games / Koch Media

Epic Games will einen eigenen App Store auf dem iPhone betreiben, doch Apple stellt sich quer. Am Montag hat der Prozess in Kalifornien begonnen, den auch andere App-Betreiber mit Interesse verfolgen dürften.

Apple und der »Fortnite«-Entwickler Epic Games streiten in einem Prozess, der das App-Geschäft auf dem iPhone verändern könnte. Die Spielefirma will einen eigenen App Store auf dem iPhone betreiben und Apple keine Abgabe für Einnahmen aus dem Verkauf digitaler Artikel zahlen. Apple verteidigt das aktuelle System, bei dem Anwendungen nur über den App Store des Konzerns geladen werden können. Das sei unter anderem notwendig, um die Nutzer vor Betrug und Software-Fehlern zu schützen.

Der Streit entbrannte im August. Epic hielt sich nicht mehr an die seit mehr als einem Jahrzehnt geltende Vorgabe, dass virtuelle Artikel in seinem populären Spiel »Fortnite« auf iPhones nur über das System der In-App-Käufe von Apple angeboten werden können. Dabei behält Apple 30 Prozent des Kaufpreises ein.

Epic-Anwältin Katherine Forrest verglich Apple deswegen zum Prozessauftakt am Montag mit einem Autobauer, der jedes Mal 30 Prozent vom Preis beim Auftanken haben wolle. Apple entgegnete, es seien in der Branche übliche Konditionen und die Investitionen in den Aufbau der Plattform rechtfertigten die Abgabe. Außerdem könnten «Fortnite»-Spieler digitale Inhalte oder die Spiel-Währung »V-Bucks« auch anderswo kaufen und auf dem iPhone nutzen - ohne dass dabei etwas an Apple abfiele.

Epic-Chef Tim Sweeney sagte unter anderem, Apples Regeln schadeten »jeder Facette« des Epic-Geschäfts. Er unterstütze das Recht von Apple, ein System für In-App-Käufe anzubieten - aber es müsse auch Raum für Alternativen geben. Sweeney kam trotz Corona-Einschränkungen persönlich in den Gerichtssaal im kalifornischen Oakland.

Im Kreuzverhör wiesen Apples Anwälte Sweeney darauf hin, dass Epic kein Problem damit habe, zu identischen Konditionen auf Spielekonsolen wie Sonys Playstation oder Microsofts Xbox aktiv zu sein. Er argumentierte mit unterschiedlichen Ausgangspositionen: Konsolen-Hardware gelte als ein Verlustgeschäft, bei dem Geld über Spiele verdient werden müsse. Das iPhone sei hingegen hochprofitabel.

»Fortnite« komme aktuell insgesamt auf 400 Millionen Spieler, sagte Sweeney. Die Apple-Anwälte betonten zugleich, dass die Konsolen für Epic eine viel wichtigere Geldquelle als das iPhone seien. So habe »Fortnite« auf der Playstation sechs Milliarden Dollar bis Ende 2020 eingespielt und 3,5 Milliarden Dollar auf der Xbox. Auf dem iPhone habe Epic hingegen 750 Millionen Dollar eingenommen.

Der eigene App Store von Epic sei unterdessen hunderte Millionen Dollar davon entfernt, profitabel zu sein, sagte Sweeney. Er rechne mit schwarzen Zahlen dort erst in drei oder vier Jahren.

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1. App-Store-Prozess hat begonnen
2. Parallelen zu den Ermittlungen der EU-Kommission

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