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iOS 14.5 mit Tracking-Sperre ATT

Apple führt strengere Datenschutz-Regeln auf dem iPhone ein

27. April 2021, 10:02 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)

Apple führt strengere Datenschutz-Regeln auf dem iPhone ein
© Wit - AdobeStock

Apple legt iPhone-Nutzern einen neuen Datenschutz-Schalter in die Hand. Sie können künftig entscheiden, ob Apps ihr Verhalten bei anderen Diensten und Websites für Werbezwecke verfolgen dürfen. Facebook läuft Sturm dagegen, nun gibt es Streit auch in Deutschland.

Apple gibt seinen Kunden als erster Smartphone-Anbieter eine einfache Möglichkeit, das Nachverfolgen ihres Verhaltens quer über verschiedene Apps und Websites zu stoppen. Anbieter von iPhone-Apps müssen Nutzer künftig dafür ausdrücklich um Erlaubnis fragen. Die Analyse-Firma App Annie geht davon aus, dass 90 Prozent der Nutzer dieses Tracking ablehnen werden.

Vor diesem Hintergrund treffen die Maßnahmen auf Widerstand in der Werbe-Welt. Facebook warnte schon seit Monaten, sie würden vor allem kleine und mittlere Unternehmen treffen, die insbesondere in der Corona-Pandemie auf personalisierte Werbung bei dem Online-Netzwerk angewiesen seien. Am Montag warfen mehrere deutsche Verbände aus der Werbe- und Medienbranche Apple unfairen Wettbewerb vor und reichten eine Beschwerde beim Bundeskartellamt ein.

Apple betont dagegen: »Wir glauben, dass Privatsphäre ein grundlegendes Menschenrecht ist.« Die Daten gehörten den Nutzern, »und sie sollten selbst entscheiden können, wie ihre Daten verwendet werden und von wem«. Man habe Unterstützung von Behörden und Datenschützern für die Funktion bekommen. Die Daten der Nutzer auf den Geräten seien immer reichhaltiger und persönlicher geworden.

Die schon im Sommer 2020 angekündigte »App Tracking Transparency« (ATT) greift mit der iPhone-Systemversion iOS 14.5, die am Montag veröffentlicht wurde.

Damit App-Anbieter einen Nutzer zur Personalisierung der Werbung erkennen können, haben Apple-Geräte eine spezielle Kennnummer, die IDFA. Künftig werden App-Anbieter die Nutzer ausdrücklich um Erlaubnis fragen müssen, wenn sie auf diese ID zugreifen wollen. Nutzer können in den Einstellungen auch mit einem einzigen Schalter alle Tracking-Anfragen blockieren.

Die Verbände kritisieren, der Konzern schließe »faktisch alle Wettbewerber von der Verarbeitung kommerziell relevanter Daten im Apple-Ökosystem aus«. Gleichzeitig nehme Apple seine eigenen Dienste jedoch von den geplanten Änderungen aus und sammle selbst erhebliche Mengen Nutzerdaten. Der für Datenschutz bei Nutzern zuständige Apple-Manager Erik Neuenschwander konterte: »ATT gilt gleichermaßen für alle Entwickler weltweit - und das schließt auch Apple mit ein.«

Es gebe auch Wege, Werbung effizienter zu platzieren und ihren Effekt zu messen, ohne einzelnen Nutzern zu folgen, betonte Neuenschwander. App-Entwickler können zugleich nach wie vor mit Einverständnis der Nutzer Daten aus der eigenen Anwendung verarbeiten.

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