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Systemhaus-Porträt

»Bodenständigkeit bewahren, vorausdenken«

03. Juli 2020, 11:59 Uhr   |  Diana Künstler | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Das Unternehmen bleibt in der Familie

Im Jahr 2011 übergab Andreas Barth die Geschäftsführung an seine Tochter. Die Wirtschaftsjuristin Annett Barth wuchs förmlich in die Rolle; war sie doch bereits seit 2007 im Vertrieb und Marketing für das Familienunternehmen tätig. Unter ihrer Leitung entwickelte sich die Delta Barth Systemhaus GmbH mit heute über 65 Mitarbeitern zu
einem der größten inhabergeführten Softwareentwicklungshäuser Sachsens. Auf die Frage, wie man in diesem Zusammenhang den Spagat zwischen »Bewährtes erhalten« und »Neues wagen« schaffe, erklärt sie: »Unser Leitsatz lautet: ‚Bodenständigkeit bewahren und dabei stets vorausdenken‘. Insofern habe ich es nie als Spagat empfunden, Bewährtes mit Neuem zu verbinden. Natürlich habe ich neue Akzente gesetzt – man muss einfach seinen eigenen Weg gehen und seinen Platz im Unternehmen finden. Dabei haben mich mein Vater und auch unser Team immer sehr unterstützt.«

Systemhaus
© Delta Barth

Ein echtes Familienunternehmen: Andreas Barth übergab den Staffelstab 2011 an seine Tochter Annett Barth.

Karriere und Familie

Seit 2014 gibt Annett Barth ihre persönlichen Erfahrungen zur Geschäftsnachfolge sowie zum Beruf der Unternehmerin auch an junge Frauen weiter. Als Vorbildunternehmerin ist sie für die Bundesinitiative »Frauen unternehmen« aktiv. »Ich möchte junge Frauen inspirieren, motivieren und ihnen zeigen, dass sie echte Allround-Talente sind. In Veranstaltungen zu diesem Thema begegnen mir oft die gleichen Fragen: Kann ich das schaffen? Traue ich mir das zu? Kann ich Familie und Karriere unter einen Hut bringen? Ich habe das Gefühl, dass Frauen eher als Männer dazu neigen, Entscheidungen sehr lange abzuwägen. Sie möchten gern alle Faktoren in ihrem Leben berücksichtigen und verschieben die eignen Träume daher auch oft zugunsten ihrer Familie«, sagt Barth. »Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sich bei der Frage ‚Karriere oder Familie‘ nicht für eines von beidem entscheiden muss. Man muss einfach in sich hineinhören, auf den eigenen Instinkt und das eigene Können vertrauen – und auch mal etwas wagen. ‚Frauen unternehmen‘ schafft zudem ein gutes Netzwerk, von dem junge Unternehmerinnen profitieren können.«

Eine weitere einschneidende Etappe in der Unternehmensgeschichte stellte im Oktober 2012 die Übernahme der Ifos Software GmbH dar. Neben der Betreuung der damals rund 20 Kunden übernahm Delta Barth die Beschäftigten der Chemnitzer Firma und konnte somit weiteres Wachstum verzeichnen. Weiterhin arbeitet Delta Barth eng mit den Universitäten der Region zusammen und beteiligt sich an verschiedenen Forschungsprojekten. Ein Beispiel ist die BMWi-Förderinitiative »Einfach intuitiv – Usability für den Mittelstand«. Hierbei agierte das Systemhaus von 2012 bis 2015 als Praxispartner des Kompetenzzentrums Usability für den Mittelstand der TU Chemnitz.

Dieser Beitrag ist zuerst erschienen auf funkschau.de

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1. »Bodenständigkeit bewahren, vorausdenken«
2. Das Unternehmen bleibt in der Familie
3. Nachgehakt

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