Schwerpunkte

Größter Börsengang seit Jahren

Countdown für Ubers Debüt läuft

07. Mai 2019, 07:12 Uhr   |  Lars Bube | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Starkes Wachstum und hohe Verluste

Uber lockt Anleger mit starkem Wachstum. 2018 stiegen die Erlöse im Jahresvergleich um 42 Prozent auf 11,3 Milliarden Dollar. Dem stehen jedoch tiefrote Zahlen gegenüber. Ohne Sondererlöse durch den Verkauf von Geschäftsteilen verlor Uber im vergangenen Jahr fast 1,9 Milliarden Dollar. Dem »Wall Street Journal« zufolge geriet Uber im ersten Quartal noch tiefer in die Verlustzone. In den zwölf Monaten bis Ende März wurden demnach 3,7 Milliarden Dollar eingebüßt - ein Rekordminus für Unternehmen im Jahr vor ihrem Börsengang.

Uber besorgte sich in den vergangenen zehn Jahren bereits fast 20 Milliarden Dollar bei Investoren, um ein aggressives globales Wachstum voranzutreiben. Zugleich geriet die Firma dadurch in viele Konflikte mit Behörden und der Taxi-Branche. Mitgründer und Chef Travis Kalanick musste nach einer Skandalserie gehen. Sein Nachfolger Khosrowshahi brachte Stabilität in die Firma und versucht, Uber nach Vorwürfen wegen Diskriminierung, Sexismus, Machokultur und zahlreicher Regelverstöße ein freundlicheres Image zu geben.

Bislang dominiert Uber den »Ride Sharing«-Markt für Fahrdienstvermittlungen über Smartphone-Apps. Doch Khosrowshahi will das Unternehmen zu einem Allround-Anbieter für alle möglichen Formen der Mobilität machen. Services für Essenslieferungen, Frachtvermittlung für Lkw-Fahrer sowie E-Bikes und -Tretroller betreibt Uber bereits. Der langfristige Geschäftsplan baut stark auf technologischen Fortschritt. Roboterautos - die den Fahrer als Kostenfaktor beseitigen - gelten als Schlüssel zur Profitabilität.

Im März ging schon Ubers kleinerer Rivale Lyft an die Börse, der bisher nur in den USA und Kanada aktiv ist. Lyft schraubte den Ausgabepreis seiner Aktien bis auf 72 Dollar hoch, der Börsengang galt zunächst als Erfolg, doch in den vergangenen Wochen geriet der Kurs stark unter Druck. Analysten vermuten, dass dies auch ein Grund für Ubers eher vorsichtig gesetztes vorläufiges Ziel beim Emissionserlös ist. Die beiden Kontrahenten hatten sich über Monate eine Art Wettlauf geliefert, wer es zuerst an die Börse schafft.

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