Fünf Jahre „Cyber Valley“

Das schwäbische „Silicon Valley“ wächst und wächst

30. Dezember 2021, 9:38 Uhr | dpa | Kommentar(e)
Cyber Valley
© Cyber Valley

Der Forschungsverbund für künstliche Intelligenz in der Region Stuttgart und Tübingen ist nun fünf Jahre alt. Auch an anderen Standorten investiert das Land Baden-Württemberg kräftig in Innovationen. Das Motto: Bloß nicht den Anschluss verpassen.

Vor fünf Jahren startete Baden-Württemberg („The Länd“) einen „Cyber Valley“ genannten Forschungsverbund für künstliche Intelligenz zwischen Stuttgart und Tübingen. Mit dabei Institutionen mit Rang und Namen - darunter die Max-Planck-Gesellschaft, das Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, die Universitäten Stuttgart und Tübingen sowie Amazon, BMW, Daimler, Porsche, Bosch und ZF Friedrichshafen.

Ziel war es, das Land als Schrittmacher im Bereich des Maschinellen Lernens zu positionieren. „Wir wollen verhindern, dass die zweite Digitale Revolution an Europa vorbeigeht“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann bei der Gründungsveranstaltung. „Das Cyber Valley ist ein Innovationsökosystem mit einer besonderen Strahl- und Sogkraft, das zu einer international anerkannten Adresse geworden ist“, bilanziert Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (beide Grün) heute.

Doch worum geht es bei der Künstlichen Intelligenz, dem maschinellen Lernen also? Das Ziel der Forscher ist es, vom Vorbild der Natur zu lernen und die Steuer- und Regelungsmechanismen von Wahrnehmung, Handeln und Lernen zu verstehen und sie in künstlichen Systemen nachzubilden. Intelligente Systeme werden praktisch überall eingesetzt – beim autonomen Fahren und in der industriellen Produktion, bei der Diagnose und Behandlung von Krankheiten, beim Aufspüren neuer Erkenntnisse aus großen Datenmengen oder bei der Übernahme von Aufgaben in Situationen, die für den Menschen selbst zu gefährlich sind, wie etwa Rettungseinsätze.

Der Co-Sprecher des „Cyber Valley“, Philipp Hennig, berichtet, dass an der Graduiertenschule im „Cyber Valley“ mittlerweile 217 Promovierende tätig sind. Als erste deutsche Universität sei in Tübingen zudem zum Wintersemester 2019/20 ein Masterprogramm zu maschinellem Lernen gestartet. „Dort werden Fachkräfte aufgebaut“, sagt Hennig.

Neben der Grundlagenforschung hat das „Cyber Valley“ mit dem Start-Up-Netzwerk auch eine Gemeinschaft von Unternehmensgründern aufgebaut, der schon 37 Start-Ups angehören. Laut Bauer geht es jetzt darum, Forschung und Wirtschaft zu vernetzen, damit die Ideen und Forschungen des Netzwerks auch praktisch angewendet werden.


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