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Zalando setzt auf AWS

Datengetriebener Online-Händler

24. November 2020, 12:11 Uhr   |  Martin Fryba | Kommentar(e)

Datengetriebener Online-Händler
© Zalando

Modehändler mit angeschlossenem Technologiekonzern, das ist Zalando. Das Digitale scheint mindestens genauso wichtig zu sein, wie das verkaufte Produkt. Ersteres spielt sich bei Zalando nahezu vollständig in der Amazon-Cloud ab.

Diese Referenz ist Amazon eine ausführliche Pressemitteilung wert. Kein Wunder, denn erstens ist Zalando als einer der wenigen reinen Etailer aus Deutschland auch international bekannt. Und zweitens belegt dieser Vorzeigekunde, dass erfolgreicher Online-Handel maßgeblich von Technologie und datengetriebenen Prozessen abhängt. Es gibt kaum ein Aufgabenfeld, das nicht durch eine Applikation gesteuert und analysiert werden kann. Logistik und Supply Chain Management, Preisgestaltung, Marketing, digitale Kundenbetreuung, Buchhaltung: Das alles ist geschäftskritisch und kommt bei Zalando aus der AWS-Cloud.


Machine Learning Services beispielsweise. Entwicklung, Einführung und Skalierung neuer Funktionen der E-Commerce-Plattform würden sich erheblich verkürzen. Mit Hilfe von Amazon EMR für die Erfassung, Speicherung und Analyse großer Datenmengen personalisierten die technischen Teams bei Zalando beispielsweise Produkt- und Größenempfehlungen und die Vorhersage zukünftiger Outfit-Präferenzen. Werden Stilvorlieben erkannt, blendet man entsprechende Produkte ein. Ein digitaler Avatar hilft bei der virtuellen Anprobe.


In der Logistik helfen ML-Dienste von AWS den Lagerbestand genauer vorauszuplanen, um die Paketliefer- und Rückgabezeiten zu präzisieren und Verfügbarkeiten in Echtzeit zu prognostizieren. Daten aus seinen SAP-Anwendungen verarbeitet das Zalando Size&Fit-Team mit AWS Glue, Amazon Redshift und Amazon Athena, um so größenbedingte Retouren deutlich zu reduzieren. So werden Prognosen möglich, wie die Passform eines Kleidungsstücks durch das Material oder den Stretch beeinflusst wird. Kunden werden dann Größen empfohlen, die den jeweiligen Passformpräferenzen entsprechen.


SAP läuft beim Modehändler mittlerweile auf dem AWS-Stack. Zeitersparnis für das IT-Management: 30 Prozent.


»Mithilfe dieser Plattform können wir die Zeit für die Entwicklung und Implementierung hochmoderner Personalisierungstools und neuer Produktfunktionen deutlich verkürzen und auf diese Weise die Kundenerfahrung kontinuierlich verbessern. Die Nutzung einiger zusätzlicher AWS-Dienste trägt dazu bei, die Betriebseffizienz in allen Phasen der Customer Journey zu steigern – von der Lagerverwaltung bis hin zum Retouren-Management«, lässt sich Rodrigue Schäfer, Vice President Digital Foundation bei Zalando zitieren.


Klaus Bürg, General Manager für AWS EMEA SARL in Deutschland, Österreich und der Schweiz, sieht Zalando auf dem Weg »zu einer datengetriebenen, flexibleren und skalierbareren Organisation«. Sie nutze die Erkenntnisse über Kunden, »um das Online-Einkaufserlebnis neu zu gestalten«.

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