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Eine App für jede Schranke

Der Wettlauf ums digitale Parken

08. Juni 2020, 09:34 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)

Der Wettlauf ums digitale Parken
© euthymia - Fotolia

Digitale Dienste sollen das Parken bequemer machen. Autofahrer können inzwischen aus einer Vielzahl von Apps und Systemen wählen. Dabei geht es längst um weit mehr als um das bloße Abstellen eines Fahrzeugs.

Mal ist der Arm zu kurz für den Ticketknopf, mal fährt man sich eine Schramme in die Felge - und die Häme des wartenden Hintermanns an der Schranke gibt's auch noch dazu. Parken kann blanker Stress sein. Mit dem Sportwagenbauer Porsche baut nun ein weiterer Anbieter seine digitalen Dienste aus, die das ändern und das Parken einfacher, schneller und bequemer machen sollen, mit Parkplatzsuche per App, kontakt- und ticketloser Ein- und Ausfahrt im Parkhaus und automatischer Abrechnung am Monatsende.

Ganz neu ist das nicht, auch nicht bei Porsche. Den Service namens »Parken Plus« gibt es eigentlich schon seit 2017, damals in Kooperation mit dem Dienstleister Evopark aufgebaut. Nun hat ihn der Stuttgarter Sportwagenbauer aber erweitert und in modernerer Form neu aufgelegt. Im Unterschied zu früher könnten ab jetzt nicht nur deutlich mehr Parkhäuser genutzt und online bezahlt werden, sondern in vielen Städten auch Parklücken am Straßenrand. »Mit der App bündeln wir alle auf das Parken bezogene Themen und überführen sie in das Porsche-Ökosystem«, wirbt Porsche-Manager Michael Hoffmann. Man muss dafür auch keinen Porsche haben.

Allein ist der Konzern mit seinem Angebot freilich nicht. Rund ums Parken hat sich in den vergangenen Jahren eine ganze Branche mit verschiedenen Dienstleistungen etabliert - mal mehr, mal weniger umfangreich, mal mehr, mal weniger weit verbreitet. Neben vielen Start-ups wollen auch Autokonzerne wie eben Porsche und nicht zuletzt die Betreiber von Parkhäusern oder Parkplätzen selbst mitspielen. BMW und Daimler etwa sind mit »Park Now« inzwischen gemeinsam am Start, der Parkhausbetreiber Apcoa bietet an seinen Standorten »Apcoa Flow« an. Dazu gibt es etliche kleinere, oft auch regionale Anbieter, die mit einzelnen Betreibern oder auch Städten kooperieren. Auch die Preismodelle sind unterschiedlich.

»Es entsteht ein Wettbewerb darum, wer über digitale Systeme den direkten Endkundenkontakt hat«, sagt Bernd Bienzeisler, der beim Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation zum Thema Digitale Services forscht und sich schwerpunktmäßig auch mit dem Parken befasst. Wichtigster Trend dabei überhaupt: Es geht weg von der reinen Flächenvermietung. »Durch die Digitalisierung bricht der Markt auf«, sagt Bienzeisler. »Es gibt einen Trend zu höherwertigen Diensten, die über Daten miteinander verknüpft werden können.«

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