300 Systemhaus-Gäste in Kassel

Die fünf wichtigsten Takeaways von der Synaxon-Impulse 2022

22. Juni 2022, 13:37 Uhr | Martin Fryba | Kommentar(e)
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Von 9 Uhr bis 17 Uhr wach bleiben? Geht virtuell nicht. Und überhaupt lassen sich spannende Themen für Systemhäuser eigentlich nur vor Ort besprechen. Networking funktioniert per Teams & Co. erst recht nicht. Fünf Impulse von ICT CHANNEL zur Synaxon-Impulse 2022.

Virtuelle Fatigue
„Welche eine Freude, euch alle wieder persönlich zu sehen“, sprach Gastgeber Friedrich Pollert den rund 300 Gästen aus dem Herzen, die erstmals nach zwei Jahren ohne Synaxon-Event „Impulse“ nach Kassel gekommen sind. Wie sehr die Systemhaus-Führungskräfte das persönliche Miteinander vermissten und nun bis spät Nachts nachzuholen meinten, davon konnte sich Philipp Sonntag überzeugen. Am Vorabend der Impulse gab es für alle ein großes Hallo im Forum, aber damit noch nicht genug. Channelmanager Sonntag von Sponsor APC by Schneider Electric lud danach noch in die Hotelbar und wieder einmal bewahrheitete sich die gute alte Messeweisheit: Wer viel und lange feiern kann, kann auch morgens ab 9 Uhr zum Eventstart pünktlich im Saal sein – in welchem physischen und geistigen Zustand auch immer. Erfahrende Eventgänger der Impulse wissen natürlich, wie man derlei Konferenz-Kollateralschäden nicht zum Nachteil des eigenen Systemhauses in Kauf nehmen muss (dazu später mehr).

Immer noch laden viele Hersteller und einige Distributoren ausschließlich zu virtuellen Partner-Events. Klar: Man ist vorsichtig, denn die Pandemielage ist nach wie vor unsicher. Man wolle eigene Mitarbeiter, die der Aussteller und die Besucher schützen. Kann man verstehen. Was aber nicht an die große Glocke gehängt wird und der eigentliche, auch nachvollziehbare Grund für das Festhalten an virtuellen Formaten ist, ist das finanzielle Risiko: Nämlich Events zu planen und anschließend auf hohen Stornokosten sitzen zu bleiben, sollte Corona einem Veranstalter einen Strich durch die Rechnung machen. Vor allem auf die ganz großen, weltweiten Channel-Events, zu denen Microsoft oder HPE teils in die USA laden, müssen Partner bedauerlicherweise wohl noch länger warten. Auf Stornokosten für Flüge und Hotel würden auch sie sitzen bleiben.

„Es geht doch nichts über den persönlichen Austausch zwischen Partnern und Freunden. Liebe Freunde und Partner, Daumen hoch, wenn ihr das auch so seht“, bedauert Michael Hollmann aus Linkedin, dass er der Inspire von Microsoft in diesem Jahr wieder nur virtuell folgen kann. Auch er spricht dem Channel aus dem Herzen.

Keine reine Hersteller-Show bitte!
34 Impulsvorträge, eine große Ausstellung mit über zehn Sponsoren, dazwischen viel Networking - und das binnen acht Stunden: Kondition und Konzentration war auf der Impulse 2022 gefragt. Wie man das durchhält? Die Themen fesseln, wenn sie relevant, gut und ausgewogen besetzt sowie zeitlich komprimiert angelegt sind. Die Synaxon-Gastgeber Friedrich Pollert und Georg Schiedel haben da ein gutes Händchen, sie machen solche Events schließlich nicht erst seit gestern. Zusammen bringen sie es  – gemeinsam mit der iTeam-Seele Maria Kornhoff – auf 55 Jahre Channel-Erfahrung. Da weiß man, was zieht und was nicht. Thematisch: Immer wieder Effizienz, Prozesse und Organisation im Technikereinsatz, Management (Führung, Wachstum, Personal, Unternehmensbewertung) und der Blick in den Maschinenraum von MSPs, wie ihn Synaxon-Chef Frank Roebers für Einsnulleins exklusiv den Partnern und der Presse gewährt hatte.

Zehn Minuten jeder Impulsvortrag (der jeweils zwei Mal gehalten wurde), ideale Abwechslung von Sponsorenbeiträgen und Kurzvorträgen von Systemhaus-Chefs für Systemhaus-Führungskräfte: Die 300 Gäste hatten die Qual der Wahl. Manche Häuser schickten zwei Vertreter, damit möglichst viele Themen mitgenommen werden konnten. Vier Augen und Ohren bekommen mehr mit und versäumen weniger, als wenn nur ein Systemhaus-Zuhörer den relevanten Impulsen fürs eigene Geschäft lauscht - oder ausfallen muss (Konferenz-Kollateralschäden).

Kritik hörte man beim Networking bisweilen auch: Wenn ein Partner über das Netzwerk eines Distributors spricht und das Wort „Kaffeefahrt“ fällt, bei der nur Hersteller das Wort ergreifen.

Der Reiz der Spontaneität
300 Systemhausgäste im Saal, diese Gelegenheit für eine spontane Kurzumfrage ließ sich Friedrich Pollert nicht nehmen. Was den GFs unter den Nägeln brennt, liegt ja auch der Hand, wenn man die ökonomisch angespannte Lage reflektiert, die sich noch weiter zuspitzen könnte. Knappheit bei Waren und Personal, dazu eine hohe Inflation.  „Wer wird die Preise noch in diesem Jahr erhöhen“, fragte Pollert. Rund 50 Hände gingen sofort hoch. Dann seine Anschlussfrage: Wer hebt um bis zu fünf Prozent an? Nur wenige Handzeichen registrierte Pollert, ebenso beim Preispunkt über zehn Prozent. Die meisten Systemhaus-Chefs im Saal wollen die Preise zwischen fünf und zehn Prozent nach oben schrauben, und zwar noch in diesem Jahr (ICT CHANNEL berichtete vorab).

Solche Kurzumfragen, die man freilich mit technischem Gedöns auch noch grafisch hätte aufpolieren können, bieten relevanten Gesprächsstoff in den Pausen. Wer die Impulse in Kassel verpasst hat, schaut in den Synaxon-Preisspiegel rein, der Technikerpreise nach Regionen aufschlüsselt und repräsentativ ist.

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