Betriebssysteme: Windows Vista

Die zehn ärgerlichsten Probleme mit »Windows Vista«

12. September 2007, 1:55 Uhr | Bernd Reder | Kommentar(e)

Computer Reseller News (USA) hat amerikanische Systemhäuser dazu befragt, auf welche Probleme im Zusammenhang mit »Vista« sie am häufigsten stoßen. Hier die »Top 10«.

1. Viele Software-Entwickler (Independent Software Vendors) haben noch keine Vista-Treiber parat. Dies führt dazu, dass Anwendungen nicht oder nicht richtig funktionieren.

2. Der Mangel an Treibern für Hardware-Komponenten. Dazu eine Anmerkung auf Grundlage meiner persönlichen Erfahrungen mit diesem Thema: Es ist richtig, dass selbst renommierte Anbieter, wie etwa Creative Labs (Soundkarten), Linksys oder Netgear (WLAN-Adapter), lange zuwarteten, bis sie Treiber für ihre Produkte bereitstellten.

Selbst heute sind teilweise nur Beta-Versionen verfügbar. Nicht nachvollziehbar ist, warum das so ist. Schließlich wussten die Hersteller seit geraumer Zeit, dass Vista auf den Markt kommt.

3. Fehlerhafte Treiber: Dies deckt sich mit den oben angegebenen Erkenntnissen. Schlampig programmierte Treiber sind mindestens ebenso ärgerlich wie gar keine.

4. Probleme mit den Sicherheitsfunktionen von Vista: Nach den Erfahrungen der Systemhäuser stuft Vista viele Applikationen als »bedenklich« ein und verweigert den Zugriff darauf.

5. Viele Nutzer kommen nicht mit der neuen Benutzerführung von »Office 2007« zurecht.

Auch dazu ein Kommentar aus Sicht eines Users, der sowohl Office 2003 als auch Office 2007 einsetzt: Es stimmt, dass die Benutzerführung von Office 2007 eine Einarbeitungszeit von mehreren Tagen erfordert.

Wer diese Hürde überwunden hat, wird jedoch feststellen, dass die meisten Funktionen leichter zugänglich sind als bei Office 2003 oder Office XP, sprich mit deutlich weniger Mausklicks.

6. Nur wenige Anwendungen, außer Vista selbst und Office 2007, nutzen die Vorteile der »User-Account-Control«. Die UAC weist dem Benutzer automatisch die Rechte eines Standard-Users zu.

Bei Windows XP agierte er standardmäßig als Systemverwalter, was ein Sicherheitsproblem darstellt.

7. Vielen Anwendern ist unklar, welche Version von Windows Vista die richtige für sie ist. Dies wird durch die komplizierte Upgrade-Politik von Microsoft gefördert.

Wer beispielsweise von XP Professional auf Vista umstellen möchte, muss zu Vista Professional oder höher wechseln. Ein »Downgrading« auf Vista Home Premium ist nicht möglich.

Das führt dazu, dass sich nach Angaben der Systemhäuser vor allem in kleinen Firmen ein »Verhau« unterschiedlicher Vista-Versionen breit macht.

8. Es ist nicht auf den ersten Blick klar, ob beziehungsweise welche Vorteile es bringt, sowohl Vista als auch Office 2007 zu installieren. Dies ist eher ein Problem für Händler und Systemhäuser, die ihren Kunden beide Pakete verkaufen möchten.

9. Die Implementierung von Vista ist schwierig. Dazu trägt bei, dass vor der Installation die Rechner in einem Unternehmen daraufhin überprüft werden müssen, ob sie überhaupt die Hardware-Anforderungen des Betriebssystems erfüllen.

Microsoft hat mittlerweile eine Reihe kostenloser Tools bereitgestellt, welche die Migration erleichtern.

10. Vista läuft auf vielen vorhandenen Systemen nicht besonders gut.

Dies liegt daran, dass Software- und Hardware-Hersteller nicht allzu viel Mühe darauf verwenden, bestehende Produkte für Vista zu optimieren. Sie setzen darauf, dass Anwender Vista auf Rechnern einsetzen, die sie neu anschaffen.


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