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Günther Oettinger vs. Online-Medien

Digitales Drama ums Leistungsschutzrecht

11. November 2016, 13:57 Uhr   |  Daniel Dubsky | Kommentar(e)

Digitales Drama ums Leistungsschutzrecht

Die beiden Digitalkommissare der EU-Kommission: Günther Oettinger und Andrus Ansip

Günther Oettinger verteidigt seine Urheberrechtsreform und zeigt dabei ein eigenartiges Verständnis von Medienbranche und Internet.

Mit seinem Entwurf einer neuen Urheberrechtsrichtlinie hatte EU-Kommission Günther Oettinger im September für einigen Wirbel gesorgt. Speziell das Leistungsschutzrecht für Verlagsinhalte im Internet ist umstritten: Es soll Medienunternehmen die Möglichkeit geben, mit Content-Aggregatoren, Suchmaschinen und sozialen Netzwerken eine Vergütung für die Verwendung ihrer Überschriften, Teaser-Texte und Vorschaubilder auszuhandeln. Viele, vor allem Print-Verlage finden das gut, weil sie sich neue Einnahmequellen erhoffen, doch von Online-Redaktionen hagelt es Kritik, ebenso von Verbraucherschützern und Verbänden wie Bitkom und Eco.

Eigentlich sollte es Oettinger stutzig machen, dass vor allem die Onliner gegen seine Reform sind, also genau jene, deren Inhalte und Geschäftsmodelle er zu schützen versucht. Sie sehen Google und andere Suchmaschinen als Traffic-Treiber, der ihnen Besucher bringt. Ganz anders Oettinger, der vor allem mit einer Umfrage der EU-Kommission argumentiert, nach der 47 Prozent der Internet-Nutzer nur die Überschriften und Teaser bei Google News und anderen Übersichtsseiten lesen und dort keine Links anklicken.

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1. Digitales Drama ums Leistungsschutzrecht
2. Google als Traffic-Treiber unverzichtbar

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