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Nach Umsatzrückgang und roten Zahlen

Easy Software-CFO Oliver Krautscheid tritt ab

13. September 2021, 10:30 Uhr   |  Martin Fryba | Kommentar(e)

Easy Software-CFO Oliver Krautscheid tritt ab
© EASY SOFTWARE AG

Ära Oliver Krautscheid bei Easy Software ist zu Ende

Oliver Krautscheid verlässt Easy Software. Dem an Skandalen reichen Softwarehersteller fügte er während seiner Tätigkeit im Aufsichtsrat und Vorstand einen weiteren Skandal hinzu. Der Aktienkurs des DMS-Anbieters Easy Software tritt seit einem Dreivierteljahr auf der Stelle.

Vergangenen Freitag gab Easy Software den Rückzug seines Finanzvorstands Oliver Krautscheid zum 31. Oktober bekannt. Er wolle sich neuen Aufgaben widmen, so die offizielle Begründung. CEO Andreas Zipser übernimmt interimsweise das Finanzressort. Der Ex-Sage-Manager hatte im März dieses Jahres bei Easy Software angeheuert und Alleinvorstand Krautscheid als neuer CEO abgelöst.

Zuvor hatte Easy Software Zahlen zum ersten Halbjahr 2021 veröffentlicht. Der Softwarehersteller war tief in die roten Zahlen gerutscht, der Fehlbetrag betrug 1,8 Millionen Euro – nach minus 0,1 Millionen im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz ging leicht auf 24,1 Millionen Euro zurück. Zwar hätten Cloud- und Mietumsätze um 162 Prozent zugelegt, der Umsatzrückgang bei Lizenzen (minus 19 Prozent) und im Consulting (minus sechs Prozent) konnten den Boom bei Subskriptionen nicht kompensieren.

Easy Software befindet sich seit Jahren in Rechtsstreitigkeiten mit ehemaligen Aufsichtsräten und Vorständen, die Gerichte bis heute beschäftigen. Auch der aktuelle Halbjahresbericht wird von diesen teils viele Jahre zurückliegenden Skandalen überschattet. Im jüngsten Skandal um die Demission von Ex-CEO Dieter Weißhaar im Februar 2020 war Krautscheid erst als Aufsichtsrat, später als CFO und Nachfolger von Weißhaar involviert. Man einigte sich schließlich gütlich, zahlte eine Millionenabfindung und ließ alle Vorwürfe gegen Weißhaar fallen. Das Image des DMS-Anbieters litt gravierend.

Ende März 2020 rutschte die Aktie  von Easy Software auf unter drei Euro, stabilisierte sich erst, als der neuer Investor Battery Ventures eingestiegen war. Seit Jahresbeginn tritt Easy Software auf der Stelle, der Aktienkurs bewegt sich kaum. Das Unternehmen sieht sich im Zuge der digitalen Transformation in einer guten Ausgangslage. Dennoch verliert der Softwarehersteller Mitarbeiter und muss sparen. Zum Halbjahr 2021 waren 357 Angestellte bei Easy Software beschäftigt, etwas weniger als im Vorjahreszeitraum.

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