Für netzinteraktive USV-Technologie

Eaton und Microsoft verstärken ihre Zusammenarbeit

22. Juni 2022, 14:05 Uhr | Lukas Steiglechner | Kommentar(e)
Eaton, netzinteraktive USV
© Eaton

Der Anbieter für Energiemanagement Eaton und der Tech-Konzern Microsoft wollen künftig noch enger zusammenarbeiten. Dabei sollen netzinteraktive USV-Lösungen gefördert werden, um der wachsenden Flexibilität durch erneuerbare Energien im Stromnetz entgegenzukommen.

Das auf intelligentes Energiemanagement spezialisierte Unternehmen Eaton hat angekündigt, dass es seine Zusammenarbeit mit Microsoft ausbauen wird. Dadurch will es die Anwendung seiner „EnergyAware“-Technologie für unterbrechungsfreie Stromversorgungssysteme (USV) in Schlüsselsegmenten weltweit beschleunigen. Die Erweiterung ist Teil eines neuen strategischen Rahmenvertrags zwischen Eaton und Microsoft, mit dem Entwicklungen in der Branche wie die Digitale Transformation, Nachhaltigkeit und die Energiewende angegangen werden sollen.

Ein Schlüsselelement der Rahmenvereinbarung ist die Einbeziehung von Eatons proprietärer „EnergyAware“-USV-Technologie in Microsoft-Projekten. Die Hauptaufgabe einer USV besteht darin, eine Notstromversorgung für unternehmenskritische Anwendungen und Einrichtungen bereitzustellen und diese vor Netzausfällen oder Problemen mit der Stromqualität zu schützen. Im Laufe einer mehrjährigen engen Zusammenarbeit haben Eaton und Microsoft die USV mit digitalen Funktionen ausgestattet, wodurch sie als dezentrale Energieressource eingesetzt werden kann, um Netze mit einem hohen Anteil an variabler erneuerbarer Energieerzeugung zu unterstützen.

So kann eine neue Generation von netzinteraktiven Rechenzentren, darunter auch von Microsoft betriebene, die Netzbetreiber bei der Bereitstellung kritischer Flexibilitätsdienste unterstützen. Durch die Bereitstellung von Flexibilität für das Netz können Rechenzentrumsbetreiber mit nicht ausgelasteten Anlagen Einnahmen generieren, indem sie beispielsweise Energiespeicher und kurzfristige Regelleistung (Fast Frequency Response) bereitstellen. Netzbetreiber werden diese zunehmend benötigen, da die Kapazität erneuerbarer Energien zunimmt und das Netz die inhärente Trägheit verliert, die mit fossiler Erzeugung verbunden ist.

Craig McDonnell, Senior Vice President und General Manager der Energy Transition and Digital Division bei Eaton, erklärt die Bedeutung dieser Entwicklung: „Eine netzinteraktive USV trägt zur Dekarbonisierung der Energie auf Netzebene bei, was bedeutet, dass ihr Nachhaltigkeitsnutzen über das Rechenzentrum hinausgeht. Auf diese Weise wird das Energiemanagement im Rahmen des Gesamtprofils der Umweltauswirkungen eines Rechenzentrums verändert.“

„Ein netzinteraktives Rechenzentrum ist ein Rechenzentrum, dessen umfangreiches elektrisches System nicht nur die IT-Daten und -Anwendungen der Kunden schützt, sondern auch wertvolle elektrische Dienste für den Übertragungsnetzbetreiber und das Netz bereitstellt. Diese Unterstützung wird immer wichtiger, um die Netze bei der Bewältigung eines hohen Anteils an variabler erneuerbarer Energie zu unterstützen“, sagt Sean James, Director of Data Center Research bei Microsoft.

Zuerst erschienen auf funkschau.de.


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