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Trotz Corona-Krise

Einzelhandel rechnet mit Wachstum

22. September 2020, 14:43 Uhr   |  Matthias Arnold, dpa | Kommentar(e)

Einzelhandel rechnet mit Wachstum
© Gorodenkoff - AdobeStock

Der deutsche Handelsverband sieht insgesamt optimistisch auf die Umsatzentwicklung des laufenden Jahres. Vor allem der Onlinehandel profitiert von der Corona-Krise. Die Kaufkraft der Konsumenten steigt langsam wieder. Einzelne Handelssparten sind jedoch weiterhin stark getroffen.

Trotz der Corona-Krise rechnet der Handelsverband Deutschland (HDE) für das laufende Jahr mit einem Umsatz im Einzelhandel von knapp 552 Milliarden Euro - und damit mit rund 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr. »Das Wachstum darf aber nicht darüber hinweg täuschen, dass wir in vielen Bereichen noch deutlich unter den Normalfrequenzen liegen«, sagte Verbands-Geschäftsführer Stefan Genth am Dienstag in Berlin. »Wir haben gut laufende Branchen, aber wir haben auch die Situation, dass besondere Branchen sehr negativ betroffen sind.«

Getrieben wird das Wachstum demnach vor allem vom Fahrradhandel, wo der Umsatz in den ersten sieben Monaten um fast 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zugelegt hat. Auch der Online- und Versandhandel sowie Baumärkte konnten ihren Umsatz im selben Zeitraum deutlich steigern.

Viele andere Sektoren jedoch seien von der Krise nach wie vor stark betroffen. Dazu gehöre insbesondere der stationäre Einzelhandel abseits der Lebensmittelmärkte, der über Wochen schließen musste. Vor allem Bekleidungs- und Schuhgeschäfte leiden demnach unter deutlichen Umsatzeinbußen in Höhe von knapp 30 Prozent zwischen Januar und Juli. Mehr als elf Milliarden Euro Umsatzverluste verzeichnete dem HDE zufolge der von Schließungen betroffene Einzelhandel.

Weil Kurzarbeit und andere soziale Sicherungssysteme funktionierten, steige allerdings die Kaufkraft der Kunden wieder, sagte Genth. »Damit sind die Voraussetzungen für den Konsum gegeben.« Er befürwortete, dass die Bundesregierung in der vergangenen Woche die Hürden für die sogenannte Überbrückungshilfe gesenkt hat.

Nachholbedarf sieht Genth bei den Mieten. »Es gibt vor allem große Vermietungs- und Fondsgesellschaften, die nach wie vor hohe Mieten verlangen», sagte Genth. Er forderte vom Gesetzgeber rechtliche Änderungen, um eine Anpassung der Mieten durchzusetzen. »Angesichts der Umsatzrückgänge können viele Händler ihre Mieten nicht in voller Höhe bezahlen.«

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