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Nach Übernahme Nummer 7

Eismann scheidet aus GFC-Gruppe aus

27. Oktober 2020, 07:41 Uhr   |  Martin Fryba | Kommentar(e)

Eismann scheidet aus GFC-Gruppe aus
© GFC-Gruppe

10 Jahre nach Gründung der Bürokommunikation- und IT-Systemhaus-Holding GFC-Gruppe zieht sich Vorstand Frank Eismann planmßig zurück

Die Akquisition des Systemhauses C&S war sein letzter Coup als Geschäftsführer. Nun will der Gründer der Holding im Hintergrund agieren. Die schwierige Lage vieler Systemhäuser spielt Eismann in die Hand.

30 Jahre ist Frank Eismann operativ in der IT- und Bürokommunikationsbranche tätig und hatte vor zehn Jahren die GFC-Gruppe aus Köln gegründet, die mittlerweile aus sieben Systemhäusern besteht. Nun zieht sich der Manager von der Führung der GFC «planmäßig« zurück und legt auch als Geschäftsführer in den Beteiligungsunternehmen seine Ämter nieder. Seinen letzten Deal hat er erst vor kurzem abgeschlossen und die C&S aus Leverkusen von Philip Semmelroth gekauft. Es war die siebte Akquisition für die Gruppe.

Seine Bilanz, wie könnte es anders sein, fällt überaus positiv aus. Vollblutvertriebler Eismann habe den Umsatz der sieben GFC-Beteiligungen von fünf Millionen Euro auf mittlerweile 120 Millionen Euro gesteigert, mehrere europäische Beteiligungen geschlossen und einen bundesweiten Projekt‐ und Key‐Account‐Vertrieb etabliert. »Neben persönlichen Investments warten in den nächsten Jahren mit der GFC‐Gruppe noch viele spannende Aufgaben«, sagt Eismann. Er werde mit seiner Eismann Consulting GmbH ein Beratungsmandat bei GFC wahrnehmen.

Christoph Hinseln und Thomas Labuhn werden als Geschäftsführer die GFC-Gruppe weiterführen. Anders als bei den meisten Holdings oder beim Branchenprimus Bechtle, die bei ihren Akquisitionen die geschäftsführenden Gesellschafter meist im Amt belassen, scheiden bei GFC-Übernahmen die aktiven Altgesellschafter aus. Die akquirierten IT-Häuser führen Hinseln und Labuhn.

Druck steigt

Viele mittelständische IT-Systemhäuser sind aktuell in einer schwierigen Phase, die durch Corona-bedingte Verzögerungen im Projekt- und Managed-Service-Geschäft verschärft wird. Der Trend zum Cloud Computing, hybriden IT-Architekturen sowie noch mehr Spezialwissen bei IT-Security verlangt ein hohes Qualifizierungsniveau des Fachpersonals. Hinzu kommt der Umbau des Leistungsspektrums auf Managed Services, zudem finden gerade kleinere Systemhäuser, deren finanzielle Mittel limitiert sind, kaum genügend neues Fachpersonal, um mit den steigenden (Zertifizierungs-) Anforderungen von Herstellern und Kunden Schritt zu halten. Ein Verkauf ist oft die einzige Möglichkeit, um den eigenen Mitarbeitern eine Zukunftsperspektive unter dem Dach eines stärkeren Wettbewerbers oder einer Holding zu sichern.

Die Konsolidierung  in der Systemhaus-Branche wird auch dadurch verstärkt, dass viele geschäftsführenden Systemhaus-Chefs altersbedingt eine Nachfolgelösung suchen, wie bei Karsten Agten, der seine Düsseldorfer IT-On-NET an Medialine verkauft hat. Beide Häuser sind Mitglied in der Systemhauskooperation iTeam. GFC-Berater Eismann wird auch in diese Richtung agieren können und mit GFC-Gruppe den ein oder anderen weiteren Deal einfädeln.

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