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Studie zum »ePerso«

Elektronischer Personalausweis wird kaum genutzt

20. Oktober 2020, 11:13 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)

Elektronischer Personalausweis wird kaum genutzt

Es existieren auch noch 10 Jahre nach seiner Einführung kaum sinnvolle Anwendungen für den »ePerso«. Das ist mit ein Grund, warum er bisher nur selten genutzt wird.

Der elektronische Personalausweis spielt zehn Jahre nach seiner Einführung im Alltag der meisten Bundesbürger keine Rolle. Das geht aus der Studie »eGovernment Monitor 2020« der Initiative D21 und der TU München hervor. 76 Prozent der Befragten besitzen den Personalausweis im Scheckkartenformat, aber nur 24 Prozent der Befragten haben die Online-Funktion aktiviert. Praktische Erfahrungen mit dem »ePerso« hat kaum jemand. Nur sechs Prozent haben laut der Umfrage die Online-Ausweisfunktion bereits genutzt.

In der Anfangsphase hatte die Akzeptanz des elektronischen Personalausweises darunter gelitten, dass man für die Benutzung spezielle Lesegeräte benötigte. Doch seit 2017 können auch Android-Smartphones mit einem NFC-Chip den Ausweis erkennen. Seit Ende 2019 erlaubt auch das iPhone von Apple die Schnittstelle. Inzwischen hat das Smartphone tatsächlich das klassische Lesegerät als häufigste Schnittstelle abgelöst, Fortschritte bei der Nutzung blieben aber aus - auch weil sinnvolle Anwendungen in der Verwaltung und der Wirtschaft noch kaum vorhanden sind.

Nach den Plänen des Bundesinnenministeriums soll der Online-Ausweis vom kommenden Jahr an auch ohne die Ausweiskarte im Smartphone nutzbar sein. «Im Smartphone schlummert riesiges Potenzial für den Durchbruch der Online-Ausweisfunktion», erklärte Prof. Helmut Krcmar von der TU München. »Aber noch weiß über die Hälfte der Smartphone-BesitzerInnen nichts über diese Möglichkeit. Hier braucht es Aufklärung und mehr nutzerfreundliche Anwendungen.«

Die eingeschränkte Verfügbarkeit mancher Behörden-Dienstleistung durch Corona hatte nur einen geringen Einfluss auf die Nutzung von E-Government-Angeboten: In Deutschland gaben sieben Prozent der Befragten an, dadurch mehr Behördengänge als früher online durchgeführt zu haben, in Österreich waren es 13 und in der Schweiz zwölf Prozent.

Auch der der Digitalverband Bitkom ermittelte bei der Digitalisierung von Verwaltungsdienstleistungen einen Nachholbedarf. In einer eigenen Umfrage sagten 56 Prozent der Befragten, dass sie mit dem digitalen Angebot der Behörden nicht zufrieden seien. Zufrieden äußere sich lediglich etwas mehr als jeder Dritte (35 Prozent). Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von mehr als 1.000 Menschen in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Die Bürger wurden zudem vor dem Hintergrund der Corona-Krise dazu befragt, inwiefern sie in dieser Zeit Verwaltungsdienstleistungen von Ämtern oder Behörden genutzt haben. Die Zahlen des Bitkom liegen dabei etwas unter den Werten der D21-Studie: Demnach hat seit März 2020 etwas weniger als die Hälfte (44 Prozent) eine solche Dienstleistung in Anspruch genommen. Am häufigsten ging es dabei um die Beantragung von Corona-Soforthilfen (16 Prozent) - und die erfolgte ausschließlich digital.

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