Studie von Dell Technologies

Faktor Mensch ist entscheidend bei der Digitalen Transformation

27. September 2022, 15:20 Uhr | Lukas Steiglechner | Kommentar(e)
Zufriedene Mitarbeiter
© ASDF - AdobeStock

Die Digitale Transformation wurde in den vergangenen zwei Jahren stark beschleunigt – auch innerhalb von Unternehmen. Die eigene Belegschaft spielt dabei eine große Rolle. Eine neue Dell-Studie zeigt, welchen Einfluss der Faktor Mensch hat.

57 Prozent der Befragten in Deutschland sind der Meinung, dass ihr Unternehmen nicht weiß, was notwendig ist, um die Digitale Transformation innerhalb der Belegschaft voranzutreiben. Gleichzeitig ist es für viele Angestellte eine Herausforderung, mit den Veränderungen Schritt zu halten: 62 Prozent finden, dass ihr Unternehmen bei der Planung von Transformationsprogrammen nicht ausreichend auf die eigene Belegschaft eingeht.

Die Ergebnisse der neuen „Durchbruch“-Studie von Dell Technologies sollen zeigen, dass Unternehmen und Angestellte nach zwei Jahren massiver Veränderungen zunächst Zeit zur Erholung, zur Reflektion und zur Optimierung brauchen, bevor sie neue Projekte in Angriff nehmen oder Maßnahmen ausbauen können. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Transformationsbemühungen ins Stocken geraten. So befürchten 52 Prozent der Befragten in Deutschland, dass der Widerstand ihrer Belegschaften gegen Veränderungen Projekte zum Scheitern bringen kann. Ebenso viele teilen die Sorge, dass ihr Unternehmen aufgrund fehlender Mitarbeitender mit den entsprechenden Visionen und Kompetenzen Chancen nicht nutzen kann und damit in eine nachteilige Lage gerät. Für die Studie wurden an mehr als 40 Standorten 10.500 Führungskräfte, IT-Leiter sowie Mitarbeitende, die an der Digitalen Transformation beteiligt sind, befragt – 400 davon in Deutschland.

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Bereitschaft für den digitalen Wandel

Digitaler Wandel, Dell Technologies
In der Studie von Dell Technologies werden die Befragten in die vier Gruppen Sprint, Steady, Slow und Still eingeteilt, je nachdem wie bereit die Belegschaft für die Digitale Transformation ist.
© Dell Technologies

Um die Bereitschaft der Mitarbeitenden für den digitalen Wandel zu verstehen, wurden die Befragten entsprechend ihrem Verhalten in vier Gruppen eingeteilt:

  • Sprint: Diese Gruppe strebt nach Innovation und treibt den technologischen Wandel voran (elf Prozent in Deutschland).
  • Steady: Hier finden sich Mitarbeitende, die bereit sind, dem technologischen Wandel zu folgen, den andere initiiert haben (40 Prozent).
  • Slow: Die Angestellten halten sich zurück und beobachten erst einmal die Entwicklung (44 Prozent).
  • Still: Diese Gruppe sieht Innovationen aufgrund vermeintlicher Risiken eher pessimistisch (fünf Prozent).

Die Studie verdeutlicht, dass nur etwa ein Zehntel der Befragten eine Vorreiterrolle einnimmt und somit bahnbrechende technologische Innovationen vorantreibt. Jeder zweite Befragte zögert jedoch, wenn es darum geht, sich auf Veränderungen einzulassen. Angesichts solcher menschlichen Hürden für die Digitale Transformation müssen Unternehmen weitere Maßnahmen an der Schnittstelle zwischen Mensch und Technologie ergreifen. Das betrifft die drei Punkte Konnektivität, Produktivität und Empathie.

Konnektivität

Unternehmen haben während der Pandemie enorme Anstrengungen unternommen, um sich zu vernetzen, zusammenzuarbeiten und Geschäfte online abzubilden. Dennoch stehen sie noch am Anfang: 67 Prozent der Befragten sagen, dass ihre Firma die notwendigen Werkzeuge und Infrastrukturen bereitstellen muss, um ortsunabhängig arbeiten zu können – inklusive der Möglichkeit, die Arbeitsweise frei zu wählen. Sie befürchten sogar, dass die eigenen Mitarbeitenden ins Hintertreffen geraten, weil das Unternehmen nicht die entsprechende Technologie für die Umstellung auf einen hybriden Arbeitsplatz zur Verfügung stellt.

Technologie ist aber nur ein Aspekt – Unternehmen müssen auch dafür sorgen, dass Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen, Interessen und Verantwortlichkeiten gleichberechtigt arbeiten können. 70 Prozent der Befragten wünschen sich daher mindestens eine der folgenden Maßnahmen von ihrem Arbeitgeber:

  • Klares Engagement für flexible Arbeitsregelungen und deren Umsetzung im Alltag
  • Führungskräfte, die in der Lage sind, Remote-Teams effektiv und gerecht zu leiten
  • Freie Wahl der Arbeitsweise für die Mitarbeitenden und Bereitstellung der dafür notwendigen Tools und Infrastrukturen.

Produktivität

Arbeitszeit ist begrenzt, und zudem gibt es heute zu wenige qualifizierte Bewerber für offene Stellen. Um diese Herausforderung zu lösen, können Unternehmen sich wiederholende Aufgaben durch automatisierte Prozesse ersetzen und so ihrer Belegschaft die Möglichkeit geben, sich auf bereichernde, höherwertige Jobs zu konzentrieren.

Gegenwärtig sehen 40 Prozent der Befragten ihre Arbeit als anregend und nicht repetitiv an. Besteht die Möglichkeit, sich wiederholende Aufgaben stärker zu automatisieren, würden 62 Prozent die Zeit nutzen, um neue Fähigkeiten und Technologien wie Machine Learning zu erlernen und so ihre Rolle persönlich aufzuwerten.

Unternehmen mit begrenzten Budgets haben jedoch Bedenken, dass sie nicht in der Lage sein werden, ihre Belegschaft zu fördern und damit wettbewerbsfähig zu sein.

Empathie

Unternehmen müssen heute eine Unternehmenskultur aufbauen und pflegen, die vom Einfühlungsvermögen ihrer Führungskräfte geprägt ist und Menschen als größte Kreativitäts- und Wertquelle betrachtet. Der Studie zufolge gibt es hier jedoch noch viel Nachholbedarf: 46 Prozent der Befragten wünschen sich einfachere Technologien, um sich nicht überfordert zu fühlen. Genauso wichtig wird die Anpassung von Change-Programmen an die Fähigkeiten des Einzelnen erachtet – lediglich 34 Prozent der Mitarbeitenden sind der Meinung, dass ihre Führungskräfte dies bereits tun.

„Der Erfolg der Digitalen Transformation hängt entscheidend von der eigenen Belegschaft ab. Ist sie umfassend vorbereitet, geschult und eingebunden, wird sie Veränderungen offen gegenüberstehen und Innovationen vorantreiben“, erklärt Tim van Wasen, Geschäftsführer von Dell Technologies Deutschland. „Entscheidend ist die Schnittstelle zwischen Mensch und Technologie. Unternehmen müssen verstehen, wie sie die Zusammenarbeit verbessern, die Produktivität mit den richtigen Lösungen steigern und durch Einfühlungsvermögen ihre Mitarbeitenden begeistern können. Wenn sie diese Herausforderung lösen, werden sie eine Organisation schaffen, in der alles von überall aus möglich und Arbeit nicht mehr orts- oder zeitabhängig, sondern ergebnisorientiert ist.“

Zuerst erschienen auf funkschau.de.


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