Virtualisierung: Microsoft Hyper-V

First-Look-Test: Microsofts Virtualisierungssoftware Hyper-V

28. Oktober 2008, 13:03 Uhr | Andreas Stolzenberger | Kommentar(e)

Mit einem integriertem Hypervisor im Windows-Server-2008 will Microsoft dem führenden Anbieter von Virtualisierungssoftware Vmware Marktanteile abnehmen. Network Computing hat sich den Herausforderer angesehen.

Bislang lieferte Microsoft den Windows-Server-2008 nur mit einer Beta-Version des Virtual-Machine-Managers (VMM) »Hyper-V« aus. Jetzt ist die Software fertig und soll Vmware das Fürchten lehren.


Mit Windows 2000 Server hatte Hyper-V Probleme.

Der VMM von Microsoft erfordert einen PC mit einer 64-Bit-CPU, die Virtualisierungsbefehle unterstützt. Als Basisinstallation fungiert der Windows-2008-Server in der 64-Bit-Variante. Wer Hyper-V nutzen möchte, installiert diesen als Windows-Dienst über das Server-Konfigurationswerkzeug.

Die Verwaltung der VMs erfolgt mit Hilfe des Hyper-V-Managers, welcher als MMC-Snap-in arbeitet. Derzeit benötigt der Administrator einen Windows-2008-Server für das Management-Tool, in Kürze soll es eine Vista-Variante geben.

Management nur via Tastatur

Theoretisch lässt sich der Hyper-V-Manager per RDP-Sitzung (Remote Desktop Protocol) auch von einer beliebigen Arbeitsstation aus bedienen. In der Praxis stellt sich leider heraus, dass im RDP-Modus der Hyper-V-Manager die Maus nicht in die Konsole einbinden kann und sich die VMs nur per Tatstatur steuern lassen.

Im Kurztest setzt Network Computing den Windows-2008-Server auf einer Thomas-Krenn-Maschine mit einem Prozessor von Typ Pentium-D-3,2 GHz und 2 GByte RAM ein. Das ist zwar nicht die modernste aller Ausstattungen. Aber als Vmware- oder Virtuozzo-Server hat dieser Rechner bereits gute Dienste geleistet.

Die Installation richtet ein virtuelles LAN-Interface ein, das die Virtual-Machines (VMs) benutzen können. Dabei klemmt der W2K8-Server leider ohne Rückfrage das zuvor konfigurierte physische LAN-Interface samt statischer IP-Adresse ab und erzeugt ein per DHCP-konfiguriertes virtuelles Interface.

Anschließend kann der Verwalter VMs konfigurieren und starten. Die Konfigurationsoptionen ähneln denen eines Vmware-Servers oder einer Workstation. Hyper-V kann jedoch, anders als der ESX-Server, auch IDE-Laufwerke simulieren.

Probleme mit Nicht-Windows-Betriebssystemen

Der VMM soll neben Windows auch andere Betriebssysteme als Gast unterstützen. Das klappt nicht in jedem Fall: So steht im Test steht eine Centos-5-VM nach der Installation ohne LAN-Adapter da.

Im Lieferumfang von Hyper-V finden sich zudem (noch) keine Integrationstools für Linux. Diese befinden sich im Beta-Stadium und lassen sich nur von einer Developer-Seite herunterladen.

Auch eine VM mit einem Windows-2000-Server arbeitet ohne LAN. Die Integrationstools unterstützen nur Windows-Server-2003 und -2008.

Fazit

Obwohl die Beta-Testphase von Hyper-V abgeschlossen ist, erweckt die Software den Eindruck, dass sie nicht richtig fertig ist. So fehlen noch die passenden Integrationstools für fremde und alte Betriebssysteme.

Um Windows-2008 unter Windows-2008 laufen zu lassen bedarf es keiner Vmware-Programme oder eines Hyper-V. Dafür eignen sich System-Virtualisierungs-Tools wie Parallels »Virtuozzo« besser.

Administratoren, die kostenfrei VMs unter einem Windows-Betriebssystem nutzen möchten, sind zumindest derzeit mit dem Vmware-Server besser beraten. Hier gibt es eine gute Integration in alle gängigen Gastsysteme und eine plattformübergreifende Management-Lösung.


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