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»CovPass« und Warn-App

Freiwilliger Corona-Impfpass fürs Handy startet - schrittweise

10. Juni 2021, 19:57 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)

Freiwilliger Corona-Impfpass fürs Handy startet - schrittweise
© Fokussiert - AdobeStock

Kurz vor der Hauptreisezeit geht der lange geplante digitale Nachweis für Corona-Impfungen an den Start. Er ist eine praktische Ergänzung zum Impfheft auf Papier, für Millionen Bürger aber erst nachträglich.

Einen vollen Corona-Impfschutz kann man künftig auch auf dem Handy vorzeigen - mit einem digitalen Impfpass, der jetzt schrittweise starten soll. Nach einer Testphase sollen sich nun nach und nach Impfzentren, Praxen und Apotheken ans System anschließen, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag sagte. »Aber nicht alle sind heute oder morgen schon angeschlossen.« Bis Ende Juni solle die Anwendung namens »CovPass« dann aber für alle Interessenten zur Verfügung stehen. Mehrere Millionen schon geimpfte Menschen sollen den digitalen Nachweis nachträglich bekommen können.

Spahn sagte, vor den Sommerferien gebe es nun eine auch europaweit gültige Lösung, Impfungen mit dem Smartphone nachzuweisen. Die jetzt in den App-Stores verfügbare Anwendung kann als Beleg bei gelockerten Corona-Beschränkungen dienen und soll auch Reisen erleichtern. Dabei geht es um eine freiwillige Ergänzung des weiterhin gültigen gelben Impfheftes aus Papier. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung betonte, es werde nicht sofort einen flächendeckenden Start in den Praxen geben. Technische Voraussetzungen und Klarheit über genaue technische Abläufe seien noch nicht gegeben.

DAS PROJEKT: Deutschland setzt mit dem CovPass ein Vorhaben der Europäischen Union um. Die EU-Länder und das EU-Parlament hatten sich auf Details eines Zertifikats geeinigt, mit dem man Impfungen, Tests und überstandene Covid-19-Erkrankungen nachweisen kann. Die EU habe die Chance, damit einen Standard zu setzen, sagte Spahn. Der digitale Nachweis werden nun bundesweit akzeptiert werden. Ziel sei, dies auch in Helsinki, Amsterdam und auf Mallorca der Fall sei. So eine länderübergreifende Anwendung gebe es auf der Welt sonst nicht.

DIE TECHNISCHE LÖSUNG: Den digitalen Nachweis soll man sich direkt in Praxen oder Impfzentren erstellen lassen können. Dafür wird ein Code erzeugt, den man gleich mit dem Smartphone abscannen oder auf Papier mitnehmen und später scannen kann. Genutzt werden kann der Nachweis dann über eine kostenlose App, die ihn lokal auf dem Handy speichert.

DIE NACHTRÄGLICHE LÖSUNG: Knapp 20 Millionen Bürger sind inzwischen schon vollständig geimpft, ehe der digitale Nachweis starten konnte. Sie können ihn aber nachträglich bekommen. Viele Bundesländer würden in diesen Tagen beginnen, per Post einen QR-Code nach Impfungen in Impfzentren zu verschicken. Den Code kann man dann einscannen. Ärzte und Apotheken können ebenfalls nachträglich Zertifikate erstellen. Viele Apotheken wollen dies ab kommendem Montag anbieten, wie die Branchenvereinigung ankündigte.

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