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App-Store-Streit

Geschäftsmodell von Apple unter der Lupe

25. Mai 2021, 10:17 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Skeptische Fragen auch an Epic

Die Position der Richterin hat zentrale Bedeutung, denn der Prozess wird ohne Geschworene von ihr allein entschieden. Zugleich sagte die kalifornische Richterin bereits, dass sie mit einer Berufung nach ihrer Entscheidung rechne, weil eine der Streitparteien damit unzufrieden sein werde - oder sogar beide. Während des Verfahrens richtete sie auch skeptische Fragen an die Epic-Seite.

Epic Games, die Firma hinter dem populären Spiel »Fortnite«, will einen eigenen App Store auf dem iPhone betreiben und Apple keine Abgabe für Einnahmen aus dem Verkauf digitaler Artikel zahlen. Apple verteidigt das aktuelle System, bei dem Anwendungen nur über den App Store des Konzerns geladen werden können. Cook bekräftigte die Warnung, dass mehrere App Stores zuzulassen und die Kontrollen zu lockern »schreckliche« Folgen für die Nutzer haben würde. Laut Apple ist das System nötig, um Nutzer vor Betrug und Software-Fehlern zu schützen.

Die Frage nach dem Wettbewerb gehört zu den entscheidenden in dem Verfahren. Denn Epic argumentiert, Apple habe eine Monopolposition beim Vertrieb von Apps auf dem iPhone, weil keine anderen Download-Plattformen oder Bezahlwege für digitale Inhalte und Dienste erlaubt seien. Apple entgegnet, bei Spiele-Apps wie »Fortnite« müsse man den gesamten Markt inklusive Spielekonsolen und PC-Gaming betrachten.

Der Streit entbrannte im August. Epic wollte sich nicht mehr an die seit mehr als einem Jahrzehnt geltende Vorgabe halten, dass virtuelle Artikel in seinem populären Spiel »Fortnite« auf iPhones nur über das System der In-App-Käufe von Apple angeboten werden können. Deshalb schmuggelte Epic einen eigenen Kaufmechanismus in der iPhone-App an Apples Prüfern vorbei und aktivierte ihn. Apple warf die App daraufhin aus dem Store, Epic zog vor Gericht.

Cook sprach kurz vor dem Ende des rund dreiwöchigen Verfahrens. Wie schnell die Richterin danach eine Entscheidung fällt, ist unklar.

Unterstützung bekam Apple am Freitag vom Miterfinder der populären Foto-App Snapchat, Evan Spiegel. Der Chef der Entwicklerfirma Snap betonte im TV-Sender CNBC, man sei froh, als Gegenleistung für die App-Store-Abgabe Zugang zu Apples Technologie zu bekommen. »Wir denken, dass es Snapchat nicht geben würde ohne das iPhone und die großartige Plattform, die Apple geschaffen hat.«

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