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Amazon untersagt polizeiliche Nutzung

Gesichtserkennungstechnologie auf unbestimmte Zeit verboten

20. Mai 2021, 10:42 Uhr   |  Antje Müller | Kommentar(e)

Gesichtserkennungstechnologie auf unbestimmte Zeit verboten
© Amazon

Die Verwendung seiner Gesichtserkennungssoftware durch die Polizei hatte der Konzern noch im Juli 2019 auf ein Jahr »eingefroren«. Jetzt geht das weltweite Nutzungsverbot in eine Verlängerung auf unbestimmte Zeit.

Bis auf weiteres wird die Verwendung der Gesichtserkennungstechnologie »Rekognition« durch die Polizei nicht möglich sein, teilte die Washington Post den Beschluss des Amazon-Konzerns mit. Damit verlängert sich das Nutzungsverbot der zum Verkauf angebotenen Technologie von bisher einem Jahr auf unbestimmte Zeit. Die Angabe weiterer Einzelheiten wurden bisher abgelehnt.

Ursprünglich hatte Amazon dem Kongress im Juni 20219 genügend Zeit einräumen, um »angemessene Regeln für den ethischen Einsatz der Technologie umzusetzen«. Doch obwohl der Gesetzgeber, darunter mehr als ein Dutzend Städte und Bundesstaaten, in den letzten Monaten einige begrenzte Bundesvorschriften vorgeschlagen hatte, wurden keine Gesetze vom Kongress für die Verwendung der Software durch die Polizei erlassen. Davon setzten sich einige davon für das Verbot oder den eingeschränkte Einsatz der Technologie durch Beamte oder die örtliche Polizei ein.

Nachdem die Erkennungssoftware an die örtlichen Polizeibehörden verkauft wurde, um den Beamten einen Datenbankabgleich mit potenziellen Verdächtigen zu ermöglichen, hatte die Technologie in der Vergangenheit durch Probleme mit rassistischen Vorurteilen und damit verbundenen fragwürdigen Verhaftungen auf sich aufmerksam gemacht. Zahlreiche Suchvorgänge wurden im System durchgeführt, darunter Fotos von Überwachungskameras und Facebook-Profilen. Kritisiert wurde das Fehlerpotenzial, insbesondere in Hinblick auf falsche Übereinstimmungen bei Farbigen, was auf Fehlanpassungen bei der Gesichtserkennung zurückzuführen sei. Auch wurde festgestellt, dass die Polizei bearbeitete Fotos, Skizzen und andere verzerrte Bilder verwendet, um nach potenziellen Verdächtigen zu suchen, was das Risiko fehlerhafter Ergebnisse erhöht.

Oregon wurde seither zu einem Testgelände für die Gesichtserkennungspolizei von Amazon. Daneben sind zahlreiche ähnliche Algorithmen im Einsatz, von denen einige für die für den polizeilichen, kommerziellen oder persönlichen Gebrauch beworben werden können. Den Verkauf der Technologie hatten die Konzerne IBM und Microsoft bereits im vergangenen Jahr eingestellt. Microsoft-Vorstand Brad Smith berief sich hierbei auf den benötigten Erlass eines nationales, auf Menschenrechten basierenden Gesetzes.

Zuerst erschienen auf funkschau.de.

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