Grüner Etikettenschwindel

„Greenwashing“ im Gebrauchtsoftwaremarkt

4. März 2022, 14:12 Uhr | Lars Bube | Kommentar(e)
U-S-C Peter Reiner
© U-S-C

Während einige Unternehmen die Pandemie zum Umstieg in die Cloud genutzt haben, waren andere froh über die dadurch frei gewordenen Lizenzen. Aber kann gebrauchte Software deshalb gleich Nachhaltigkeit für sich beanspruchen? Für USC-Chef Peter Reiner liegt die Antwort auf der Hand.

ICT CHANNEL: Herr Reiner, wie gut kam USC mit den besonderen Herausforderungen der Pandemie klar?
Peter Reiner: Unsere Prozesse sind digitalisiert und optimal aufgestellt. Der permanente Wechsel zwischen Homeoffice und Arbeit im Büro hatte keinerlei Auswirkungen auf unsere Abläufe.
Unserer Belegschaft gilt an dieser Stelle mein besonderes Lob. Viele Projekte, von denen man bisher dachte, sie können nur vor Ort umgesetzt werden, fanden jetzt via Microsoft Teams remote statt.

ICT CHANNEL: Im Hardware-Sektor erfreuten sich Notebooks eines veritablen Booms, der zu Verknappungen führte. Gab es eine ähnliche Entwicklung auch im Software-Bereich?
Reiner: Wir konnten keine Verknappung beobachten. Die Nachfrage nach Office 2016 und Office 2019 war nach wie vor groß und wir hatten glücklicherweise immer genug auf Lager, um den Bedarf, auch bei größeren Bestellmengen, sofort decken zu können. Wie waren sehr zufrieden mit der Entwicklung.

ICT CHANNEL: Wie hat sich die Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr entwickelt?
Reiner: Gebrauchte Software ist nach wie vor die Alternative zu Office 365. Der erhöhte Bedarf aufgrund der Corona-Pandemie und des Lockdowns wurde ja schon in 2020 bedient. Im letzten Jahr konnten wir hier keine weitere Wachstumssteigerung beobachten, aber eine ähnlich hohe Nachfrage wie in 2020.

ICT CHANNEL: Gab es dabei erneute Nachfragspitzen rund um die Lockdowns?
Reiner: Dieser Mechanismus erfolgte im ersten Lockdown, aber in diesem Jahr konnten wir keine besonderen Peaks beobachten, sondern ein konstant hohes Level.

ICT CHANNEL: Viele Unternehmen haben ihr Office auf die Cloud-Variante MS 365 umgestellt. Führte das zu einem Dämpfer oder Preisverfall durch die frei werdenden Lizenzen?
Reiner: Da wir ja nahezu der einzige Anbieter sind, der Gebraucht- und Cloudsoftware parallel anbietet, konnten wir hier keine Dämpfer verzeichnen. Einerseits konnten wir bezüglich unseres Gebrauchtsoftwareangebots unsere Preise halten. Und andererseits war es kein Problem, unsere Kunden optimal mit passenden Cloud-Lösungen zu versorgen – dank unserer Tochter CCS 365 GmbH, die ja auch Microsoft Gold Partner ist. Als Spezialist für den Mittelstand konnten wir die gesteigerte Nachfrage an Office 365 und Microsoft 365 Lizenzen jederzeit sehr gut bedienen. Wir hatten eine Wachstumsrate von 50 Prozent zu verzeichnen und haben rund 500 mittelständische Kunden mit Lizenzen aus dem Microsoft 365 Business Portfolio versorgt.

ICT CHANNEL: Hat die Einführung von Windows 11 schon spürbare Auswirkungen auf den Gebrauchtmarkt?
Reiner: Dieses Thema lässt sich noch nicht mit messbaren Auswirkungen abbilden.

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