Digitalisierungshilfe für Arztpraxen

Hunderte Förder-Millionen sind nicht genug

20. Juli 2022, 20:49 Uhr | dpa | Kommentar(e)
© Fotolia 190936208 Elnur

Die Krankenkassen überweisen den Arztpraxen insgesamt knapp 400 Millionen Euro zusätzlich für digitale Ausstattung und Dienste. Ein großer Teil davon ist allerdings bereits verplant, um Pannen auszubügeln und die elektronische Patientenakte voran zu bringen.

Im Ringen um eine schnellere Digitalisierung bekommen Arztpraxen fast 400 Millionen Euro zusätzlich von den Krankenkassen. Jede Praxis soll pauschal 2.300 Euro erhalten, um ein Gerät zur Verbindung der Praxissoftware mit dem Internet auszutauschen, wie der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) am Mittwoch mitteilte. Hinzu kommen Pauschalen etwa für ein Update für die Nutzung von elektronischen Patientenakten.

Die 400 Millionen Euro über die reguläre Vergütung hinaus kommen von den gesetzlichen und privaten Versicherungen. Festgesetzt wurde die Summe demnach von einer Schiedsstelle, nachdem in Verhandlungen mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung keine Einigung gefunden wurde. Die sogenannten Konnektoren sollen in Praxen eine sichere Anbindung an die geschützte Datenautobahn des Gesundheitswesens ermöglichen. Ein Tausch der Geräte ist nötig, weil unter anderem eingebaute Sicherheitszertifikate ablaufen, wie der GKV-Spitzenverband erklärte.

Der Deutsche Hausärzteverband kritisierte, die Pauschale von 2.300 Euro werde nach aktuellem Stand nicht reichen. „Das ist eine absolute Frechheit“, sagte der Vorsitzende Ulrich Weigeldt. Die Praxen dürften auf keinen Fall auf einem Teil der Kosten sitzen bleiben. Sie könnten nichts dafür, dass die Konnektoren ausgetauscht werden müssen.

Elektronische Patientenakten sind 2021 als freiwilliges Angebot für die 73 Millionen gesetzlich Versicherten gestartet. Die Nutzung soll künftig stärker vorangebracht werden.


Verwandte Artikel

dpa

Healthcare

Matchmaker+