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IBM soll Plattform für E-Rezepte bauen

17. November 2020, 09:16 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)

IBM soll Plattform für E-Rezepte bauen
© Mandy Kloetzer, Gematik

Vertragsunterzeichnung zwischen Dr. Markus Leyck Dieken, Geschäftsführer gematik, und Ronald Fritz, Senior Partner Services IBM (links im Bild)

Rezepte in Deutschland sollen ab 2022 verpflichtend digital verwaltet werden. Mit der Entwicklung der technischen Plattform dafür wurde IBM beauftragt.

Das IT-Unternehmen IBM soll die technische Plattform für die anstehende Einführung von E-Rezepten in Deutschland bauen. Die vom Bundesgesundheitsministerium kontrollierte und mit dem Vergabeverfahren beauftragte Gematik teilte am Montag mit, der deutsche IBM-Ableger sei bei einer europaweiten Ausschreibung zur Einführung des E-Rezepts mit der Entwicklung und dem Betrieb dieses Dienstes beauftragt worden. Auf der neuen Plattform sollen E-Rezepte einerseits verschlüsselt abgelegt werden können, andererseits sollen von hier Verordnungen in eine geplante E-Rezept-App für das Smartphone und in Apothekensysteme heruntergeladen werden können. IBM könne allerdings keine Daten auslesen oder einsehen, hieß es.

E-Rezepte sollen ab Mitte 2021 von Ärzten verschrieben werden können. Diese sollen dann in einer App gespeichert und bei jeder Apotheke auch online vorgezeigt werden können. Ab 2022 ist die Nutzung des E-Rezepts bundesweit für gesetzlich Versicherte und apothekenpflichtige Arzneimittel verpflichtend, das bisher genutzte gedruckte Formular soll so allmählich verschwinden. Mit der App wird IBM allerdings nichts zu tun haben - diese wird von der Gematik entwickelt.

Die Gematik (Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte) war 2005 von den Spitzenorganisationen des deutschen Gesundheitswesens gegründet worden, um die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte voranzutreiben. Inzwischen hält das Bundesgesundheitsministerium die Mehrheit.

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