Stabil durch den Krisen-Sturm

IT-Branche zeigt sich besonders resilient

6. Juli 2022, 15:59 Uhr | dpa | Kommentar(e)
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Ukraine-Krieg, Inflation, Pandemie, Knappheit bei Energie und Chips: Die lange Liste der aktuellen Krisen stellt die Wirtschaft vor große Herausforderungen. Die Digitalbranche bekommt das auch zu spüren, wird aber nicht so hart getroffen wie die Gesamtwirtschaft.

Die Unternehmen in der Digitalwirtschaft in Deutschland berichten von einer sehr guten Geschäftslage, blicken aber mit gedämpften Erwartungen auf das zweite Halbjahr. Das geht aus einer Konjunkturprognose des Digitalverbandes Bitkom hervor, die am Mittwoch in Berlin veröffentlicht wurde. Der deutsche Markt für Informationstechnik (IT), Telekommunikation und Unterhaltungselektronik soll den Berechnungen zufolge im laufenden Jahr um 4,3 Prozent auf 184,9 Milliarden Euro wachsen.

Die Wachstumsrate liegt sogar 0,7 Prozentpunkte über der Prognose, die der Bitkom zu Jahresbeginn aufgestellt hatte. Damals ging der Verband von einem Zuwachs von 3,6 Prozent aus. Nach Erhebungen von Bitkom und Ifo-Institut lag der Bitkom-Ifo-Digitalindex, der das Geschäftsklima der Branche abbildet, im Juni bei 22,8 Punkten, während die Stimmung in der Gesamtwirtschaft mit einem Indexwert von 1,8 deutlich schlechter war.

Herausforderungen wie der Ukraine-Krieg, die explodierenden Energiepreise und unterbrochene Lieferketten dämpfen für die weitere Zukunft allerdings die Erwartungen in der digitalen Wirtschaft recht deutlich. Die meisten Firmen glauben nämlich nicht, dass sich der Aufwärtstrend so fortsetzt. Nach Erhebungen von Bitkom und Ifo-Institut liegt der Digitalindex für die kommenden sechs Monate nur noch schwach im Plus (2,9 Punkte). Das ist deutlich niedriger als in den Monaten vor Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine.

„Die aktuelle Weltlage stürzt von einer Krise zur nächsten, und die entsprechenden Unsicherheiten verstärken sich gegenseitig“, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg. Die Corona-Lockdowns in China ließen die Lieferketten immer wieder reißen, der russische Angriffskrieg habe die Energiepreise explodieren lassen und die Inflation setze Unternehmen und Haushalte gleichermaßen unter Druck.

In der Digitalbranche müssen die Beschäftigten aber trotz der trüben Aussichten nicht um ihre Jobs bangen, auch weil fast 100.000 offene Stellen für Fachkräfte nicht besetzt werden können. Ende 2022 werden in der Branche rund 1,3 Millionen Menschen beschäftigt sein, gut 30.000 mehr als im Vorjahr.

Die Umsätze der Branche wachsen vor allem in den Bereichen Software (plus 8,8 Prozent), IT-Hardware (plus 6,7 Prozent) und IT-Services (plus 5,3 Prozent). Die Zuwächse in den Telekommunikationsbereichen können hier nicht mithalten. Der Bereich Verbraucherelektronik weist mit minus 2,6 Prozent sogar einen Rückgang auf. Hier erwartet der Verband nur noch einen Jahresumsatz von 8,7 Milliarden Dollar, auch weil besonders populäre Geräte wie Spielekonsolen kaum lieferbar sind.

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