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Wo steckt der chinesischer Milliardär?

Jack Ma bleibt wie vom Erdboden verschluckt

13. Januar 2021, 09:22 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)

Jack Ma bleibt wie vom Erdboden verschluckt
© Alibaba

Seit Ende Oktober fehlt vom bekanntesten Unternehmer Chinas jede Spur. Der von ihm gegründete Online-Gigant Alibaba wird von den Regulatoren unter Beschuss genommen. Peking statuiert ein Exempel.

Als Jack Ma Ende Oktober auf einem Kongress in Shanghai auf die Bühne trat, ahnte er sicher noch nicht, dass es sein vorerst letzter öffentlicher Auftritt werden würde. Ma, einer der reichsten Männer Chinas und Gründer des Online-Handelsriesen Alibaba, zog gegen die nach seiner Sicht verkrusteten Strukturen des chinesischen Finanzsystems zu Felde. Ma warf den Banken des Landes eine »Pfandhausmentalität« vor. »Gute Innovation hat keine Angst vor Regulierung, aber sie hat Angst vor veralteten Vorschriften«, wurde Ma zitiert. Die Zukunft dürfe nicht »mit Methoden von gestern« reguliert werden, so Ma weiter. Seitdem ist er verschwunden. 

Wie zuerst die britische »Financial Times« Ende Dezember berichtete, nahm Ma seit seinem Auftritt in Shanghai keine öffentlichen Termine mehr wahr. Obwohl seitdem zahlreiche internationale Medien das Verschwinden des einstigen chinesischen Vorzeigeunternehmers aufgriffen, gibt es weiter keine klaren Hinweise darauf, wo er stecken könnte. Alibaba reagierte nicht auf Anfragen zu seinem Gründer. Auch in Chinas staatlich kontrollierten Medien gibt es keine Aufklärung über das Schicksal von Ma. 

Zweifellos steht aber fest, dass der Milliardär und Alibaba ins Visier der chinesischen Regierung geraten sind. Das wurde schon unmittelbar nach seiner inbrünstigen Rede im Oktober deutlich. Nur Tage später stoppten die Regulatoren den für Anfang November geplanten Börsengang der Alibaba-Finanztochter Ant Group mit Verweis auf neue Regeln. Es hätte der größte Börsengang aller Zeiten werden sollen. Auch an anderer Front geriet Alibaba ins Kreuzfeuer, das nun auch noch wegen unterstellter Monopolvergehen von der chinesischen Kartellbehörde untersucht wird. 

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