Tech Enthusiast Annahita Esmailzadeh

Jung, attraktiv, exotisch - sonst noch (Vor)Urteile?

Annahita Esmailzadeh/Linkedin
„Ich bin überglücklich und fühle mich geehrt, heute ein neues Kapitel bei Microsoft zu beginnen“, Annahita Esmailzadeh
© Annahita Esmailzadeh/Linkedin

Falsches Stockwerk, hier geht’s zum Marketing! Solche Sprüche kennt Ex-SAP-Managerin Annahita Esmailzadeh nur zu gut – und nicht nur von alten weißen Männern. Microsofts Kunden werden über die neue Führungskraft staunen.

Sie ist jung, hübsch, hat einen Migrationshintergrund, ist selbstbewusst und erfolgreich. Und sie sagt Sätze wie diesen: „Ich glaube, dass attraktive Frauen Nachteile im Job haben,“ Warum man diesen, von Medien offenbar verkürzten Satz von Annahita Esmailzadeh eigentlich mit Annahita Esmailzadeh widerlegen könnte?

Sie war bis vor kurzem „Head of Innovation“ bei SAP in München und ist nun zu Microsoft gewechselt, wo sie jetzt als „Head of Customer Success“ mit Kunden aus dem Verkehrssektor und  Versorgern über die digitale Transformation ihres Geschäfts reden und sie in Projekten begleiten wird. Sie hat einen Master of Science an der Hochschule München erworben, hat Daimler bei der SAP-S4-Hana-Migration beraten, war vier Jahre bei SAP in führender Position tätig.

Dass Esmailzadeh beruflichen Erfolg in der IT-Branche hat, auch ohne Mathe-Abitur und Physik, wird man mit Verweis auf ihren Lebenslauf nicht bestreiten können. Dass sie sich mehr durchzusetzen, weil immer wieder Vorurteile aus dem Weg zu räumen hatte und hat, dafür liefert die auf Linkedin sehr aktive Managerin selbst den Beweis. Nein, sie bringe nicht den Kaffee, suche auch nicht die Marketingabteilung, in die man sie stereotypenhaft verortet, wenn man sie das erste Mal sieht. Einstellungen von gestern begegnet sie mit Einstellungen von heute, die selbstverständlich sein sollten – eigentlich.

Top-Voice mit seltener Haltung
Mehr Mut, den Mund aufzumachen und anzuecken, sich seiner Persönlichkeit, seiner Reife und seiner Leistungsfähigkeit bewusst sein, beweist Informatikerin Annahita Esmailzadeh nicht nur im konzentrierten und stillen, noch immer von Männern dominierten IT-Consultinggespräch mit Kunden, sondern im öffentlichen Raum der sozialen Netzwerke. Man kann sie mit 42.000 Followern auf Linkedin als Influencerin bezeichnen, die relevante Gesellschaftsthemen wie Mobbing, Rechtsextremismus oder Diversity als Top-Voice laut anspricht unter sonst eher glattgebürsteten Top-Voices, die lieber mit Frank Thelen über Einhörner spekulieren und über die ausbeuterischen „Arbeitsplätze“ der Gig-Economy hinweggehen, wie die naturgegebene Zentrifugalkraft nun mal jeden Festkörper aus dem Ring schleudert, je schneller man ihn drehen lässt.

Letzteres ist wohlgefällig, ersteres macht angreifbar. Aber Angriffe auf ihre Person, ihre Position und ihre Haltung ist Annahita Esmailzadeh gewohnt. Sie halten die Managerin nicht davon ab, ihre nie um des Streits willen streitbaren Ansichten in die Öffentlichkeit zu tragen. Man darf gespannt sein, ob Microsoft ihre neue Führungskraft in ihrer gradlinigen, erfrischenden Linie fortfahren lässt, die ja nie nur eine ausschließlich private Meinung transportiert.   

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