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Henning Meyer verlässt Acmeo

Kann er Konzern und kann sein Nachfolger Acmeo?

20. November 2020, 17:19 Uhr   |  Martin Fryba | Kommentar(e)

Kann er Konzern und kann sein Nachfolger Acmeo?
© Infinigate

Henning Meyer (li) übergibt die Acmeo-Führung an Infinigate-Manager Richard Huth

Infinigate-Manager Richard Huth wird neuer Chef bei Acmeo. Henning Meyer soll sich in der Infinigate-Gruppe ganz auf den Ausbau des internationalen MSP- und Cloud-Geschäfts konzentrieren. Abschied eines Gründers, der seine Firma nie ganz verlässt.

Pressemeldungen am Freitag kurz vor 17 Uhr bergen immer eine Überraschung, meist eine unangenehme für das aussendende Unternehmen. Nun kann man Henning Meyers  Abschiedsankündigung von Acmeo keine Hiobsbotschaft für seine Systemhauskunden nennen. Er verabschiedet sich ja nicht in den Ruhestand. Im Gegenteil. Auf ihn warten große Herausforderungen im MSP&Cloud-Advisory Board der Acmeo-Muttergesellschaft Infinigate. Meyer soll dieses Geschäft in anderen Ländern außerhalb Deutschlands für den Distributor ausbauen. Zwischen den rund 1.700 Acmeo-Kunden und 2.500 Kunden der Infinigate Deutschland wolle man eine »bessere Koordination« schaffen und »erhebliche zusätzliche Umsätze generieren«, so Klaus Schlichtherle, CEO der Infinigate Gruppe.

Das Wachstum soll sogar noch beschleunigt werden, merkt Meyers Nachfolger bei Acemo, Richard Huth, an. Er ist seit 13 Jahren bei Infinigate, hat zahlreiche Landesgesellschaften geführt und Aufgaben in der Zentrale in Rotkreuz/Schweiz wahrgenommen. Ob dem Neuen in Hannover die ehrgeizigen Ziele gelingen, wird Meyer genau verfolgen. »Durch meinen neuen Fokus liegt die positive Entwicklung der Acmeo auch weiterhin in meinem Verantwortungsbereich. Ich werde mein MSP- und Cloud-Wissen, meine Leidenschaft auch weiterhin einbringen«, so Meyers Mitteilung an die Acmeo-Kundschaft.

Pragmatiker Meyer, der, wie er einmal über Acmeo sagte, aus der »Pommesbude« durchaus einen beneideten und schließlich begehrten pure Cloud-Disti machte, steigt nun auf - oder besser gesagt: er steigt ein in einen Distributor, der allein durch seine Größe strikter und durchregulierter geführt wird als eben eine Pommesbude. Die, muss man sagen, in den Anfangszeiten mit Chefkoch Meyer und vielen stets bestens aufgelegten Grillgutverteilern Resellern tatsächlich familiäre Stand-Atmosphäre auf jedem Partnerevent bot und so manchen Brocken auf dem steinigen Weg vom Systemhaus zum MSP beiseite geschafft hat.

Die stetige Professionalisierung hat freilich klare Strukturen in Hannover wachsen lassen, erst recht, als Infinigate vor zwei Jahren bei Acmeo eingestiegen war. Kühl und stets distanziert sachlich war Acmeo aber auch danach nicht. Kann Meyer also auch Konzern?

Um den Kopf frei zu bekommen und sich auf seine neue Rolle vorzubereiten, geht es für ihn erst einmal auf die Insel. Für einige Wochen ins Homeoffice auf die Azoren. Von dort kommen bekanntlich die Hochs, die schönes Wetter und vielleicht auch viele Inspirationen bringen. Ansonsten bleibt Meyer in Hannover, wo er gerade ein Haus baut. Die Wege zu Acmeo bleiben also kurz. Ohnehin ist es so, dass ein Gründer sein Unternehmen nie ganz verlässt, auch wenn er ausscheidet, sagte einmal Bechtle-Mitbegründer Ralf Klenk.

Es stellt sich genauso die  Frage: Kann Robert Huth, nein, nicht Pommesbude, sondern Acmeo? Klar hat er viel Führungs- und Distributionserfahrung. Über die Vorzüge der Acmeo-DNA, die enge Verbundenheit mit Systemhäusern, wird ihm Isabelle von Künßberg, Leiterin der Acmeo-Akademie und Herz des VADs, vor Ort berichten. Im Video an die Acmeo-Partner gerichtet, schwankt Huth noch zwischen förmlichem Sie und Ihr. Keine große Sache. Das Eis dürfte in dieser Hinsicht schnell gebrochen sein.

Auch Meyers zu früher Abgang im Video, den er schnell merkt, als Huth noch nicht zu Ende gesprochen hat, sollte man nicht als Omen sehen, dass es mit der Koordination zwischen Acmeo und Mutter Infinigate womöglich schwerer wird, als alle Beteiligten glauben.

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