Schwerpunkte

MRM-Geschäftsführer Ernesto Schmutter

»Keinen Götzendienst rund um die Cloud leisten«

04. Februar 2021, 18:31 Uhr   |  Lars Bube | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 2 .

Keine Angst vor Keysellern: »Der Blick auf den Preis reicht schon lange nicht mehr«

ICT CHANNEL: Im vergangenen Jahr haben zudem wieder verstärkt einige unseriöse Anbieter für Schlagzeilen gesorgt, teils auch mit vermeintlich gebrauchten Lizenzen. Wurde dadurch die Unsicherheit bei den Kunden gegenüber gebrauchter Software weiter geschürt?
Schmutter: Für die Kundenseite kann ich weniger sprechen, da wir gerade im Vertrieb keinerlei Endkundenkontakt haben, sondern ausschließlich unmittelbar über Wiederverkäufer kommunizieren, aber sehr wahrscheinlich schürt das wiedermal Unsicherheit. Umso mehr bestärkt es uns jedoch auch in unserem Engagement der letzten dreieinhalb Jahre, zumindest im Reseller-Kanal weiterhin eine einheitliche Botschaft zu verbreiten, wie man rechts- und herstellerkonform gebrauchte Software handelt.

ICT CHANNEL: Was kann MRM tun, um nicht selbst entsprechende Lizenzen einzukaufen und weiterzugeben?
Schmutter: Durch unsere aufwändigen Prüfprozesse und -kriterien sowie die jahrelange Erfahrung unserer Mitarbeiter, auch aus aktiven Microsoft-Zeiten, bieten wir unseren Händlern und somit auch ihren Kunden ein Maximum an Sicherheit in Bezug auf die Einhaltung aller Vorschriften. Das macht es absolut unmöglich, derartige Lizenzen einzukaufen. Zumal wir hier in den meisten Fällen der unseriösen Anbieter nicht mal von Lizenzen sprechen, sondern von Product Keys ohne Nutzungsrecht.

ICT CHANNEL: Wie können die Käufer sichere gebrauchte Lizenzen von solchen gefährlichen Angeboten unterscheiden? Reicht hier noch immer der Blick auf den Preis?
Schmutter: Der Blick auf den Preis reicht schon lange nicht mehr und war auch noch nie ein sicheres Indiz für seriöse Angebote. Wie die Protagonisten der jüngsten Ereignisse gezeigt haben, waren deren Angebote gegenüber Jenen seriöser Anbieter wie bspw. aus unserer MRM Partnerlandschaft nicht zu unterscheiden. Endkunden würden wir dazu raten, vorab genau zu hinterfragen, was man mit der Lieferung über seinen jeweiligen Anbieter erhält. Offenlegung oder nicht, neben Key, Lieferschein oder Rechnung, sollten nach unserer Empfehlung eine Bestätigung des ordnungsgemäßen Kaufs, der vollständigen Deinstallation sowie Unbrauchbarmachung durch den Ersterwerber sein, ein offizielles Dokument zur rechtskonformen Übertragung von Nutzungsrechten, einen Nachweis darüber, dass die Lizenzen erstmalig im europäischen Wirtschaftsraum (EWR) in Verkehr gebracht wurden oder eben wie bei anderen Anbietern eine Bestätigung durch einen Wirtschaftsprüfer, bei dem all diese Unterlagen und Nachweise im Zweifelsfalle durch den Hersteller oder Auditor eingesehen werden können.

ICT CHANNEL: Auf welche Fallstricke sollten Fachhändler hier aus Ihrer Sicht achten?
Schmutter: Resellern empfehlen wir angesichts der Euphorie um den rasant wachsenden Refurbishing- & Remarketing-Markt ganz besonders, auch künftig nicht leichtsinnig zu werden, sondern Gebrauchtsoftware umso mehr ausschließlich über die professionellen Beschaffungs- und Vertriebsstrukturen einer seriösen Distribution zu handeln. Jeder, der schon einen Gebrauchtwagen gekauft hat, weiß: Die wichtigste Währung im Handel mit gebrauchten Gütern ist Vertrauen. Vertrauen ist die Währung der Kreislaufwirtschaft. MRM verbürgt sich für die Qualität und Rechtssicherheit aller gehandelten Produkte und für deren herstellerkonformen Handel.

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1. »Keinen Götzendienst rund um die Cloud leisten«
2. Neue Lizenzbedingungen bei Microsoft: »Ein Versuch, Abhängigkeiten zu erhöhen«
3. Keine Angst vor Keysellern: »Der Blick auf den Preis reicht schon lange nicht mehr«
4. Vom Software-Distributor zum Großhändler der Circular IT Economy

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