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Lernen mit Einblick


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Virtuelle Welten für jedes Fach?

Grundsätzlich äußerten sich die Lehrkräfte sehr beeindruckt von den „faszinierten Äußerungen und Rückmeldungen der Schüler, während sie sich durch die virtuellen Welten bewegten“, so Bischoff. Zudem äußerten die Jugendlichen eigene Ideen, wie sich VR-Brillen noch weiter in den Schulalltag integrieren ließen. So würden sie gerne Zeitreisen oder aber einen Abstecher ins Weltall unternehmen wollen. Und auch für die beteiligten LehrerInnen war es eine erfahrungsreiche Woche: Bischoff berichtet, dass es zu Beginn mitunter noch gewisse Unsicherheiten im Umgang mit den Brillen gegeben habe, diese hätten sich dann aber über die Woche und mit wachsender Routine gelegt.

Zudem sehen die Lehrkräfte an den Schulen des Pilotprojekts VR- und AR-Anwendungen für jedes Fach geeignet, so Bischoff, „elementar für den sinnvollen Einsatz von VR-Brillen im Unterricht sind die vorhandenen Inhalte und deren didaktische Aufbereitung“. Wenn das aber gegeben sei, gebe es im Hinblick auf die Unterrichtsfächer letztlich keine Beschränkungen: Ein Blick ins Innere einer menschlichen Zelle ließe sich dann genauso realisieren wie der Aufbau von Atomen und Molekülen – oder eben ein Ausflug auf die Planeten unseres Sonnensystems. Und im Mathematikunterricht hätten die VR-Brillen laut Bischoff den Vorteil, dass Figuren wie Quader oder Pyramiden normalerweise als „Schrägbilder im Heft“ in die Zweidimensionalität gebannt werden müssen; mit einer VR-Brille hingegen sei das Erleben der Dreidimensionalität hingegen kein Problem.

Next Step: VR-Schnupperlehre

Während in der Pilotphase im Juli mit bereits vorhandenen VR-Anwendungen gearbeitet wurde, soll das Projekt ab Herbst fortgesetzt beziehungsweise weiterentwickelt werden. Maren Courage vom VR Business Club erläutert, dass es dann darum gehen soll, gemeinsam mit dem VDR sowie ausgewählten Schulen konkrete Inhalte zu erarbeiten, die für den Unterricht der jeweiligen Jahrgangsstufe aus didaktischer Sicht Sinn machen. Denn die Technik sei nicht die Hürde, betont Courage, sondern die zum Lehrstoff passenden, fehlenden Inhalte. Zudem sei für den Herbst angedacht, in mehreren Bundesländern  Anwendungen für die Orientierung bei der Berufswahl zu entwickeln und zur Verfügung zu stellen. So könnten SchülerInnen im Klassenzimmer in verschiedene Berufsbilder hineinschnuppern und im wahrsten Sinne des Wortes erleben, „in welcher Umgebung man in diesem oder jenem Beruf arbeitet und was die Aufgabenfelder sind“, erklärt Courage weiter.

Bleibt die Frage, ob bei dieser VR- und AR-gestützten Unterrichtsweise mehr Wissen hängenbleibt. Davon zeigt sich Bernd Bischoff überzeugt. So sei Wissen langfristig präsenter, wenn man es „sich selbst erarbeitet hat. Bei der VR-Brille ist jeder Schüler zunächst allein in seiner virtuellen Welt unterwegs und ist damit für sein Lernen verantwortlich“. Und das motiviere die Schüler zusätzlich.

Die relevanten Player in einem Boot
Der VR Business Club ist eine Dialog- und Matchmaking-Plattform zum Thema Virtual Reality, Augmented Reality und Mixed Reality. Über sie sollen Unternehmen, Institutionen und Medienhäuser mit Technologie-Experten zusammengebracht werden. Die Initiative zum Pilotprojekt an bayerischen Realschulen wurde von den Gründern des VR Business Club ins Leben gerufen, von seinen zum Projekt passenden Mitgliedern und Lösungsanbietern umgesetzt und vom Verband Deutscher Realschullehrer unterstützt. Dafür erhielten die drei teilnehmenden Schulen VR-Brillen von Pico Interactice und Kabetec mit ausgewählten VR-Anwendungen, die mit der Virtual-Reality-Softwarelösung der Firma VR Direct realisiert wurden. AR-Anwendungen wurden von der T-Systems Multimedia Solutions zur Verfügung gestellt. An einer der drei Schulen kam die VR Easy-Speech-Lösung von Dashöfer zum Einsatz.  (SN)

 

Zuerst erschienen auf funkschau.de.


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