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Trotz anhaltender Kritik

Luca-App auf dem Vormarsch

08. April 2021, 16:39 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)

Luca-App auf dem Vormarsch
© culture4life

Die Bundesländer tun sich schwer damit, eine einheitliche Entscheidung über das beste digitale Tool für die Eindämmung der Corona-Ausbreitung zu finden. Favorit bleibt die Luca-App, obwohl die Kritik an der Lösung eines Berliner Start-ups nicht verstummt.

Mit fulminanten Auftritten in TV-Talkshows von »Maischberger« bis »Anne Will« hat der Rapper Smudo von den Fantastischen Vier die Luca-App in den vergangen Wochen als digitales Tool gegen die Corona-Pandemie ins Gespräch gebracht. Viele Zuschauerinnen und Zuschauer ließen sich von Smudo und seinem Konzept überzeugen. Mit der App schnell einchecken und so mögliche Infektionsketten unterbinden: Über 3,1 Millionen Menschen haben inzwischen die Anwendung auf ihr Smartphone heruntergeladen. Sie setzen auf Luca, um der fragwürdigen Zettelwirtschaft bei Restaurant-Besuchen und anderen Events ein Ende zu bereiten, wo man sich bislang in der Regel in Papierlisten eintragen musste.

Die Infektionsschutzverordnungen der Bundesländer begnügen sich nämlich nicht mit der anonymen Erfassung von Risiko-Begegnungen, wie sie von der Corona-Warn-App des Bundes geleistet wird. Die Gesundheitsämter sollen im Zweifelsfall auf die kompletten Kontaktdaten zurückgreifen können, um die Infektionsketten zu erkennen und unterbrechen zu können.

Die Zettelwirtschaft ist in mehrfacher Hinsicht problematisch. Zum einen haben sich etliche Gäste mit Fake-Identitäten wie »Donald Duck« und falschen Telefonnummern eingetragen. Datenschützer bemängelten, dass die Listen teilweise offen einsehbar rumlagen und die Privatsphäre der Besucher nicht geschützt wurde. Und nicht nur die Aktivisten des Chaos Computer Clubs störten sich daran, dass die Besucherlisten in manchen Bundesländern auch von der Polizei konfisziert wurden, um gewöhnliche Kriminelle zu verfolgen.

Die Luca-App versucht, diese kritischen Punkte aus der analogen Kontaktverfolgung zu vermeiden. Zwar kann man sich bei der Check-in-App des Berliner Start-ups neXenio auch als Comic-Figur eintragen. Aber bei der Angabe der Mobiltelefonnummer ist Mogeln nur schwer möglich, weil diese mit einer SMS validiert wird. So wüssten die Gesundheitsämter immerhin, unter welcher Nummer sie »Donald Duck« erreichen können. Die Macher der Luca-App versprechen, dass die Einträge nur im Infektionsfall von den Gesundheitsämtern eingesehen werden - und das auch nur, wenn die Anwender dem zustimmen. Das Verfahren sei durch eine doppelte Verschlüsselung abgesichert.

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2. App mit Promi-Faktor
3. Kritik an Luca

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