Milliarden-Übernahme im RMM-Markt

Megadeal: Kaseya übernimmt Datto

11. April 2022, 18:19 Uhr | Martin Fryba | Kommentar(e)
Kaseya
Kaseya-Chef Fred Voccola hat seinen Mega-Deal nun doch bekommen und übernimmt Datto
© Kaseya

Nun bekommt Fred Voccola doch noch seinen Deal und was für einen: 6,2 Milliarden Dollar legen die Investoren von Kaseya für Wettbewerber Datto auf den Tisch. Im Markt für das IT-Management mischt nun ein weiteres Schwergewicht mit.

Kaseya und Datto, bislang Wettbewerber bei Softwareplattformen für das IT-Management, werden eine Firma. Die Hauptlast der 6,2 Milliarden Dollar schweren Akquisition tragen hauptsächlich die Investoren von Kaseya: Ein Konsortium mit Insight Partners an der Spitze unter Beteiligung von TPG, Temasek und Sixth Street. Sie sind bereit, einen mehr als 50-prozentigen Aufschlag zum durchschnittlichen Aktienkurs von Datto zu zahlen, bezogen auf den Börsenkurs Mitte März.

„Das sind aufregende Neuigkeiten für die globalen Kunden von Kaseya, die durch den Kauf mehr funktionale, innovative und integrierte Lösungen erwarten können“, kommentiert Kaseya-CEO Fred Voccola. „Die Kombination mit Kaseya bringt eine breitere Palette von Technologieprodukten zusammen, um zusätzliche Möglichkeiten für MSPs zu schaffen", sagt Tim Weller, CEO von Datto.

Auf die Plattformen beider US-Hersteller setzen auch viele MSPs hierzulande, der Vertrieb läuft teils über VADs. Welche Änderungen im Vertrieb der bald gemeinsam agierenden Softwarefirmen auf den Channel zukommen, ist noch nicht abzusehen. Bis zur formalen Fusion arbeiten die Firmen getrennt voneinander. Zur Jahresmitte soll der Deal vollzogen sein.

Nie verlegen um Wettbewerbsschelte
Fred Voccola ist nie um Worte verlegen, wenn er bis dato Akquisitionen des Wettbewerbs scharf kommentieren zu müssen meinte. Als Datto Autotask 2017 kaufte, ging er leer aus. Wie schon ein Jahr zuvor, als Solarwinds Logicnow übernommen hatte. Mit der Übernahme würden beide Firmen Innovationen hinterherlaufen, „um bei ihren Kunden im Spiel zu bleiben“, sagte er damals. Und legte noch eins oben rauf, um bei Kunden Verunsicherung zu schüren, wie ICT CHANNEL berichtete: „Massive Einschnitte in R&D werden folgen, Unsicherheit steigen, welche Produkte überleben, wenn die Produktlinien vereint werden“. Nun wird Voccola in eigener Fusionssache solche Fragen beantworten müssen.

Und zu noch einer aktuell noch in der Öffentlichkeit unbeantworteten Frage wird der Kaseya-CEO Stellung beziehen müssen: Wer wird den vereinten Technologiekonzern führen? Wenn es ein provozierender, kein Blatt vor den Mund nehmender Top-Manager sein soll, führt an Voccola sicher kein Weg vorbei.


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