Der harte Kampf ums Onlinegeschäft

Microsoft legt erstmals roten Zahlen vor

20. Juli 2012, 10:26 Uhr | Lars Bube
Besonders das Geschäft mit Online-Services macht Microsoft zu schaffen. (Bild: Gina Sanders, Fotolia)

Erstmals seit seiner Börsennotierung vor 26 Jahren musste Microsoft ein Quartal mit einem Minus abschließen. Knapp 500 Millionen Euro fehlten dem Softwaregiganten am Ende im zweiten Viertel des laufenden Jahres.

Das gab es noch nie seit dem Börsengang 1986: Microsoft hat für das zweite Quartal 2012 einen Verlust verbucht. Insgesamt 492 Millionen US-Dollar, also rund 400 Mio. Euro, standen am Ende in Rot in den Büchern. Und das, obwohl der Umsatz mit insgesamt 18 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorjahreszeitraum, in dem noch 5,87 Milliarden Dollar Gewinn verbucht worden waren, um vier Prozent gewachsen ist. Besonders gut hat sich die Office-Sparte entwickelt, auch der Bereich Windows musste trotz des bevorstehenden Wachwechsels mit Windows 8 nur einen leichten Rückgang verkraften.

Was also ist passiert bei Microsoft? Der Löwenanteil des schlechten Quartalsergebnisses geht auf die mit vielen Erwartungen besetzte Onlinesparte zurück. Vor allem die nahezu komplette Abschreibung des bereits 2009 übernommenen Onlinespezialisten aQuantive (in Microsoft Advertising aufgegangen) kam Microsoft dabei teuer zu stehen. Experten gehen davon aus, dass alleine damit rund 6 Milliarden Dollar vernichtet worden sind. Immerhin konnte im vergangenen Jahr das operative Geschäft der Onlinesparte etwas gestärkt werden. Der Verlust sank dort von 1,9 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr auf aktuell 1,4 Milliarden Dollar.

Die Börsen ließen sich von den schlechten Zahlen allerdings nicht beeindrucken und goutieren die Abwicklungen von aQuantive sowie den bevorstehenden Start von Windows 8. Nach der Ankündigung stieg der Microsoft-Aktienkurs leicht an.


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