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Microsoft: Sag mir, wo die Betreuer sind …

10. Mai 2021, 11:48 Uhr   |  Martin Fryba | Kommentar(e)

Microsoft: Sag mir, wo die Betreuer sind …
© Schneider&Wulf

Könnte moch mehr Microsoft-Geschäft machen, sagt Schneider & Wulf-Geschäftsführer Sven Wulf

Mit Lenovo bestens vernetzt, mit Samsung bahnt sich eine enge Partnerschaft an, nur einen Microsoft-Berater vermisst Sven Wulf schmerzlich. Das muss doch nicht sein.

Als ICT CHANNEL zuletzt ein Systemhaus sprach und diese Artikelüberschrift verwendete, hat sich noch prompt am selben Tag bei Michael Schickram zwar nicht Microsoft direkt gemeldet, aber er bekam einen Anruf von einem Key Account und Microsoft-Experten von Wortmann. Die vom Systemhaus-Chef damals vermisste Betreuung eines der wichtigsten Hersteller im IT-Channel konnte so eingefädelt werden. Es ist freilich so, dass das Microsoft-Team um Andre Kiehne nicht jeden der rund 30.000 deutschen Partner direkt betreuen kann, auch wenn es sich viele wünschen würden.

So wie Sven Wulf. »Wir haben einen richtig guten Lauf, gerade auch im  Microsoft-Umfeld, werden aber vom Hersteller nicht gesehen«, bedauert Wulf gegenüber ICT CHANNEL. »Microsoft lässt da meiner Meinung nach viel Potenzial auf der Straße liegen«. Denn würde man dezidierte Ansprechpartner haben, ließe sich laut Wulf mehr Geschäft generieren. Mehr »Proaktivität« würde sich Wulf wünschen und einen »Entwicklungsplan«.


»Wer wird Millionär«
Dass enge, persönliche Bindung zu einem Hersteller die Voraussetzung für beiderseitiges Wachstum sei, davon ist Wulf fest überzeugt. Er führt Lenovo ins Feld. Den Hersteller hat Schneider & Wulf vor einigen Jahren gegen Dell ausgewechselt. Nun ist das Systemhaus aus Babenhausen zum Platinum-Partner bei Lenovo aufgestiegen. »Der direkte Draht zu Sabine Hammer und ihrem Team hilft hervorragend«, sagt Wulf.

Zu Samsungs Markus Korn, Display-Chef der Koreaner, steht er bereits in Kontakt. Tippgeber und Türöffner war Matthias Jablonski, Vorstand des Systemhaus-Verbunds Kiwiko. Wulf, seit 25 Jahren in der Systemhausbranche und ihren Kooperationen zuhause, ist Netzwerker und Strippenzieher zugleich. Schwer zu sagen, ob er oder Kompagnon Christian Schneider die Million abräumen würde, gäbe es ein Quiz-Format »Wer wird Millionär im deutschen IT-Channel«.


Noch keinen Status bei Microsoft, das muss natürlich nicht sein. Die Frage in solchen Fällen ist ja immer, wer geht als erster auf wen zu? Systemhäuser mit hohem Wachstum gerade in 2020 und wahrscheinlich auch noch in den kommenden Jahren gibt es viele. Die Herstellerkapazitäten der Channel-Direktbetreuer sind limitiert. Würde Schneider & Wulf eine Microsoft-Zertifizierungsoffensive startet, am Ende gar einen besonders begabten Cloud-Spezialisten zum MVP (Most Valuable Professional) krönen lassen, die GFs keine Microsoft-Konferenz verpassen, das Systemhaus hätte sich garantiert die Aufmerksamkeit bei Andre Kiehne erarbeitet.


Andererseits hat Microsoft in den letzten Jahren schon kleinere Systemhäuser so gepusht und zum Partnerdialog mit den ganz großen der Dienstleister-Branche geladen, dass die wertgeschätzten Geschäftsführer ihr Glück kaum selbst fassen konnten.

Hakt man näher nach, war das Wachstum mit Office 365 oder Azure dafür der Grund. Nicht der absolute Umsatz, sondern die prozentuale Vervielfachung, die für Microsoft Grund genug war, einen Partner hervorzuheben, der die vom Hersteller schon seit Jahren propagierte Transformation in die Cloud beispielhaft vorlebt. So ein Vorzeige-Systemhaus haben übrigens auch die Microsoft-BUs der Distributoren im »Portfolio«. Manuel Staiger mit seiner IT Sure, überzeugter Dell- und seit einigen Jahren auch begeisterterer Azure-Partner, ist das Zugpferd bei Ingram Micro. Das alles sind Ansatzpunkte, die Sven Wulf mit Microsoft oder der Microsoft-Distribution schon bald wird besprechen können.


In eigener Wett-Sache sei erwähnt: Lässt ein Anruf länger als eine Woche auf sich warten, muss ICT CHANNEL einen Kasten Andechser zu Sven Wulf nach Babenhausen schicken. Wir sind aber sehr optimistisch, dass eine hessische regionale Bierköstlichkeit nach Bayern geht und die Redaktion den Kasten leert, wenn wir uns alle wieder im Büro sehen.

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