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Aus QSC wird q.beyond

»Müssen uns vor großen Systemhäusern nicht verstecken«

24. September 2020, 12:39 Uhr   |  Martin Fryba | Kommentar(e)

»Müssen uns vor großen Systemhäusern nicht verstecken«
© q.beyond

»Wer die Digitalisierung ernsthaft anpacken will und sein Business transformieren möchte, kommt künftig an der q.beyond AG nicht vorbei«: CEO Jürgen Hermann

900 Mitarbeiter, prall gefüllte Auftragsbücher, bald 200 Millionen Euro Umsatz und keine Phantomschmerzen, weil nach 23 Jahren QSC aufhört und q.beyond durchstartet: CEO Jürgen Hermann will ein großes Ausrufezeichnen setzen – nicht nur mit neuem Markenauftritt.

Fast so alt wie das Channel-Magazin CRN, das nahezu zeitgleich in ICT CHANNEL umbenannt wurde, existierte QSC, bevor das Unternehmen am vergangenen Dienstag in q.beyond umfirmiert wurde und CEO Jürgen Hermann eine »neue Ära« ausrief. Ein Mann der ersten QSC-Stunde 1997, der sich, ähnlich wie alt eingesessen CRN-Redakteure,  an den neuen Firmennamen noch gewöhnen muss. Doch Phantomschmerzen, da ist sich der Vorstandsvorsitzende sicher, werden ihn nicht plagen. Es herrscht Aufbruchsstimmung beim Kölner Digitalisierungsspezialisten q.beyond, die den 56-jährigen Hermann nach 23 Jahren QSC geradezu magisch verändert hat. »Ich habe eine Verjüngungskur erfahren«, sagt der Diplomkaufmann im Gespräch mit ICT CHANNEL. Nicht erst seit dieser Woche, freilich.


QSC stand für Carrier und TK-Netzbetreiber und baute schon vor Jahren ein Standbein im IT-Servicemarkt auf, wie viele andere Carrier auch. Digitalisierung, Business Transformation, SAP, IoT, Edge- und Cloud Computing mit Fokus auf den gehobenen Mittelstand (bis 6.000 IT-Seats): So sieht die Roadmap von q.beyond aus,  die Hermann als CEO von QSC mitzeichnete und immer wieder auf ein Problem in der externen Wahrnehmung stieß, wenn neue Spezialisten gesucht wurden. »Wenn nach QSC gegoogelt wurde und man auf DSL-Anbieter stößt, war das natürlich nicht sexy«. Das darf Hermann nun so freimütig sagen, seit die TK-Sparte in die Tochterfirma Plusnet ausgelagert und schließlich an EnBW verkauft wurde. Mehr als nur ein angenehmer Nebeneffekt des Deals: QSC war entschuldet, so dass Hermann nun 60 Millionen Euro Cash zur Verfügung stehen, um mit »kleineren Beteiligungen« bei q.beyond nun das IT-Dienstleistungsportfolio auszubauen.


Zweistelliges Wachstum geplant
Im Juli dieses Jahres hatte q.beyond die Darmstädter Incloud übernommen und 60 Cloud-Architekten für mobile Apps und IoT an Bord geholt. Ein »Meilenstein« auf dem Weg zum IT-Dienstleister war für QSC die Übernahme der Hamburger Info AG 2011 gewesen. QSC wurde ein SAP-Systemhaus und Microsoft Gold-Partner – damals noch als »Service-Anbieter für Sprach- und Datenkommunikation sowie darauf aufbauende ITK-Dienste« - was freilich so noch nicht im IT-Servicemarkt und beim Wettbewerb wahrgenommen wurde. Das will Hermann nun, nomen est omen, mit q.beyond endgültig hinter sich lassen. Entsprechend selbstbewusst positioniert er sich gegen Wettbewerber wie Bechtle, Cancom, Datagroup, selbst den Vergleich mit einer T-Systems scheut der CEO nicht.


»Wir müssen uns vor großen Systemhäusern nicht verstecken«, sagt er. Und legt noch einen drauf: »Wer die Digitalisierung ernsthaft anpacken will und sein Business transformieren möchte, kommt künftig an der q.beyond AG nicht vorbei«. 

900 Mitarbeiter an verschiedenen Standorten arbeiten für q.beyond, darunter 100 Softwareentwickler und 250 SAP-Hana und Cloud-Spezialisten. 20.000 Quadratmeter Datacenter-Fläche »Hosted in Germany« stehen den rund 1.000 mittelständischen Kunden aus den Branchen Handel, Energie sowie Fertigung zur Verfügung, Cloud-Architekten bauen und integrieren Hyperscaler-Lösungen von AWS, Azure und Google, Ingenieure bei q.beyond beschäftigen sich mit Sensorik und  IoT-Entwicklungen samt eigener Hardware, die bei Pilotprojekten zum Einsatz kommen kann.  »Die Mannschaft brennt darauf, gemeinsam mit unseren Kunden die Digitalisierung zu gestalten«, so Hermann.

Profitables Wachstum
Der Aufbruch soll sich auch bilanziell niederschlagen und Aktionäre der börsennotierten q.beyond bei der Stange halten. Der CEO rechnet in diesem Jahr mit einem Umsatzplus von 13 Prozent auf 143 Millionen Euro und peilt bereits die 200 Millionen-Marke bis 2022 an. »Wir legen Wert auf profitables Geschäft, bleiben aber auf Investitionskurs in neue Geschäftsfelder«, gibt er CEO die Richtung vor. Die will er noch über 2021 hinaus steuern, »sofern der Aufsichtsrat meinen nächstes Jahr auslaufenden Vertrag verlängert«. Mit einem dann Vierteljahrhundert auf seinem QSC-/q.beyond-Rücken wäre Hermann, wie man in der Branche sagt, ein Dinosaurier. »Die müssen ja nicht gleich ausstreben«, lacht der CEO.

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