Betriebssysteme: Linux

Network-Computing-Test: Desktop-Version von Ubuntu 8.10

27. November 2008, 10:05 Uhr | Andreas Stolzenberger

Detailverbesserungen bestimmen Version 8.10 von Ubuntu, der beliebten Linux-Desktop-Software. Ein »Muss« ist die neue Ausgabe des Betriebssystems für Nutzer von Ubuntu 8.04 jedoch nicht.

Bereits das Update auf die aktuelle Version 8.04 brachte keine revolutionären Neuerungen auf den Ubuntu-Desktop. Auch die Herbst-Version 2008 »Intrepid Ibex« (zu Deutsch »furchtloser Steinbock«) führt in erster Linie eine Reihe von Detailverbesserungen ein, anstatt das Rad zu neu erfinden.

Das Entwickler-Team hat sich sehr genau mit dem Start-Skript der Linux-Distribution auseinandergesetzt und so die Startzeit abermals spürbar verkürzt.

Es gibt eine neue Netzwerk-Manager-Applikation, die erstmals auch 3G-Internet-Verbindungen unterstützt und die Konfiguration einer direkten DSL-Anbindung vereinfacht.

Die zugrunde liegenden Funktionen waren bereits enthalten. Die Gnome-Applikation macht dem Anwender jedoch die Konfiguration leichter.

Boot-USB-Stich wird erstellt

Eine weitere Neuerung: Der »Cleaner« spürt nicht benötigte Softwarepakete auf und entfernt diese aus dem System. Das Tool zur Verwaltung proprietärer Treiber unterstützt nun mehr Geräte und vereinfacht deren Konfiguration.

Ein neues Tool erstellt mit Hilfe der System-CD einen startfähigen USB-Stick. Der Dateimanager Nautilus bekommt Tabs, wie man sie vom Firefox-Browser her kennt.

Erste Tests mit der letzten Beta-Version vor dem Release im Labor von Network Computing förderten allerdings einige Schwächen zutage. Möchte der Anwender beispielsweise eine bestehende Version 8.04 updaten, benötigt die Installationsroutine 75 MByte freien Speicher im /boot-Laufwerk.

Viele Installationen setzen jedoch eine nur 100 MByte große /boot-Partition ein, die somit nicht genügend Platz für die Neuinstallation bietet.

Hinzu kommt, dass etliche kommerzielle Applikationen wie Vmware noch nicht auf die Version 8.10 abgestimmt sind. Produkte wie der Vmware-Server oder Vmware-Workstation dürften vorerst gar nicht auf 8.10 laufen.

Im Test stürzt eine VM mit 8.10 als Gastbetriebssystem ab, wenn das Test-Team darin die Vmware-Tools einrichten möchte.

Fazit

Ubuntu 8.10 »Intrepid Ibex« verspricht eine Reihe netter Detailverbesserungen, die jedoch kein Anwender ad hoc unbedingt haben muss.

Die Ubuntu-Nutzer können sich mit dem Update von 8.04 folglich Zeit lassen, zumal es sich bei 8.04 ohnehin um eine Version mit Long-Term-Support handelt.


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