Wachsender Widerstand gegen die Cloud

„On-Premise lebt mehr denn je“

23. Februar 2022, 17:07 Uhr | Lars Bube | Kommentar(e)
Andreas E. Thyen, LizenzDirekt
© LizenzDirekt

Das vergangene Jahr brachte dem Gebrauchtsoftware-Handel zahlreiche Herausforderungen, aber auch reichen Lohn. Im Gespräch mit ICT CHANNEL verdeutlicht Lizenzdirekt-Chef Andreas E. Thyen, warum ihm ausgerechnet der Cloud-Boom in die Hände spielt und wie nachhaltig Software sein kann.

ICT CHANNEL: Herr Thyen, wie haben Sie und Ihre Mitarbeiter die vergangenen Monate erlebt?
Andreas E. Thyen: Das Jahr 2021 war für die LizenzDirekt aufreibend. Die Auswirkungen der Corona-Krise waren im Markt für Gebrauchtsoftware massiv zu spüren. Insbesondere zeigte sich dies bei einer nochmals gesteigerten Nachfrage. Auch scheinen mittlerweile Unternehmen jeder Größe vom Verkauf nicht mehr benötigter Software profitieren zu wollen. Demgemäß war viel zu tun für die LizenzDirekt.
Da in unserer Unternehmensgruppe in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich allerdings schon immer New Work mit flexiblen und hybriden Modellen und digitalen Prozessen gelebt wurde, konnten wir ohne große Schwierigkeiten unsere dedizierten Prozesse auch im Home-Office-Betrieb umsetzen. Uns ging es aber auch darum, regelmäßig zu evaluieren, wie Mitarbeiter mit der Umstellung zurechtkamen, um individuelle Lösungen zu erarbeiten. Dem zu entsprechen, ist uns bislang gut gelungen. Gleichwohl gehört zur Unternehmensphilosophie von LizenzDirekt auch das gesellige und teambildende Zusammensein, das leider etwas gelitten hat und daher für 2022 priorisiert wird.

ICT CHANNEL: Im Hardware-Sektor erfreuten sich durch den Wechsel ins Homeoffice und Verknappungen insbesondere gebrauchte Notebooks eines veritablen Booms. Waren ähnliche Effekte auch bei gebrauchter Software zu verzeichnen?
Thyen: Die vielen Vorteile von gebrauchter Software lagen schon seit jeher auf der Hand. Einer zusätzlichen Verknappung bedurfte es daher eigentlich nicht. In der Krise war die Nachfrage nach Server-, Office- und Windows-Produkten einschließlich Zugriffslizenzen nochmals enorm gestiegen. Oftmals waren Unternehmen hierbei nicht mehr gewillt, die neueste Version beim Hersteller zu erwerben, wenn die gebraucht erhältliche Vorversion genügte.

ICT CHANNEL: Konzentrierte sich das Geschäft rund um die Lockdowns?
Thyen: Es gab hier durchaus ungewöhnlich hohe Schwankungen zwischen hohem Angebot und hoher Nachfrage. Das war nicht immer leicht auszutarieren. Wir konnten hier durch hoch-effiziente Prozesse den Umschlag mit derselben Akkuratesse aber noch höherer Geschwindigkeit realisieren.

ICT CHANNEL: Gibt es bestimmte Kundengruppen, bei denen die Nachfrage nach gebrauchter Software besonders gestiegen ist?
Thyen: Besonders im behördlichen Bereich ist die Nachfrage hoch, da hier in aller Regel die früheren Softwarestände den Bedarf decken. Hier kann Gebrauchtsoftware ihre Vorteile doppelt ausspielen und ist vergaberechtlich zwingend zu berücksichtigen. Ansonsten ist unsere Klientel in sämtlichen Unternehmensgrößen und Industrien verzeichnet.


  1. „On-Premise lebt mehr denn je“
  2. Die Cloud, Windows 11 und schwarze Schafe
  3. Nachhaltige Unabhängigkeit

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