Wachsender Widerstand gegen die Cloud

„On-Premise lebt mehr denn je“

23. Februar 2022, 17:07 Uhr | Lars Bube

Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Nachhaltige Unabhängigkeit

ICT CHANNEL: Inwieweit kann gebrauchte Software aus Ihrer Sicht einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten?
Thyen: Gebrauchte Software ist Ausdruck von Nachhaltigkeit und entsprechend zu fördern. Gleichermaßen geht es auch um digitale Souveränität. Demgemäß hat die EU beide Themen aktuell zu ihren Hauptanliegen gemacht.
Gebrauchte Software ist ein entscheidender Schlüssel, um einerseits aktuelle Software-Versionen zu nutzen und andererseits von günstigen Preisen zu profitieren und einen nachhaltigen Lebenszyklus zugunsten europäischer Freiheiten zu fördern. Insofern ist gebrauchte Software im Vergleich zu Cloud-Abos die weitaus grünere Lösung. Gezeigt hatten das bereits Studien in vielen Ländern. Insofern ist Nachhaltigkeit von gebrauchter Software nicht nur ein Bonus, sondern Ausdruck von Haltung und Wahrung europäischer Freiheiten. Denn es gibt dem Einzelnen die Möglichkeit, einen positiven Beitrag zu leisten.

ICT CHANNEL: Erwarten Sie sich hier von den neuen Vorgaben für Beschaffung und Ausschreibungen der öffentlichen Hand in Deutschland („AVV Klima“), die explizit eine Einbeziehung der Klimaziele fordern, einen Vorteil und weiteren Schub für den Gebrauchtmarkt?
Thyen: Die Verwaltungsvorschrift diene der Erreichung der Ziele aus § 3 Bundes-Klimaschutzgesetz (KSG) und der Umsetzung von § 13 sowie § 15 KSG. Die Vorschrift ziele aber auch auf eine angemessene Berücksichtigung von weiteren Aspekten der Nachhaltigkeit bei der öffentlichen Beschaffung des Bundes ab. Die klimabezogene Betrachtung von Software und generell IT ist spannend und wird bislang zu wenig beachtet. Das scheint auch die AVV aufgrund des Fokus auf Treibhausgasemissionen noch nicht hinreichend zu berücksichtigen. Insbesondere das Internet ist der Energietreiber dieser Zeit. Dennoch kann jede Verwaltungsmaßnahme helfen, ein entsprechendes Bewusstsein zu fördern.

ICT CHANNEL: Welche Ziele peilt LizenzDirekt für das nächste Jahr an und welche Rolle spielt dabei die weitere Expansion in Europa?
Thyen: Unsere Ziele sind nach wie vor ambitioniert, um in Europa die Instanz für gebrauchte Software für Unternehmen und Behörden zu sein. Wir sind mittlerweile mit eigenen Standorten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich vertreten. Der logische nächste Schritt wird die schwerpunktmäßige Erschließung weiterer Märkte der EU sein. Gleichzeitig unterhalten wir ein breites Netzwerk aus Distributoren und Partnern, welches wir nach sorgfältiger Prüfung stetig weiter ausbauen.
Der LizenzDirekt geht es aber nicht nur um geschäftliche Expansion und Umsatzsteigerung. Zum einen pflegen wir ein vertrauliches und verlässliches Verhältnis zu unseren zahlreichen langjährigen Kunden. Zum anderen investieren wir erhebliche Energien, um für digitale Souveränität und Nachhaltigkeit öffentlich zu sensibilisieren und Unternehmen wie Behörden zu umsichtigem Handeln zu motivieren. Konkret wird dies neben Beratungsprojekten mithilfe von Befragungen, Studien und Publikationen avisiert.


  1. „On-Premise lebt mehr denn je“
  2. Die Cloud, Windows 11 und schwarze Schafe
  3. Nachhaltige Unabhängigkeit

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