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Ramelow äußert Kritik

»Organisationsversagen« bei Corona-Warn-App

05. August 2020, 11:16 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)

»Organisationsversagen« bei Corona-Warn-App
© U. J. Alexander - AdobeStock

Weil die versprochene Anonymität bei Infizierten nicht immer gewährleistet werden kann, kritisiert Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow die Corona-Warn-App und die zugehörigen Meldeprozesse.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat mit Blick auf die Daten von Corona-Infizierten Mängel bei der Warn-App der Bundesregierung beklagt. Konkret sprach der Linke-Politiker im Interview der »Rheinischen Post« (Mittwoch) von einem »Organisationsversagen, was zu einem Datenschutzverstoß führt und damit zu einem weiteren Vertrauensverlust«.

Er sei ein überzeugter Anhänger der Corona-Warn-App der Bundesregierung, zitierte ihn die Zeitung. Doch jetzt wisse er, »dass gar nicht allen positiv Getesteten Vertraulichkeit garantiert werden kann«. Weil in vielen Laboren amtliche Schreiben fehlten, mit Hilfe derer die Testergebnisse anonym an die App übertragen werden könnten, müssten positiv Getestete teils die Hotline des Robert Koch-Instituts anrufen und ihren Namen und die Telefonnummer durchgeben, damit das Ergebnis in der App berücksichtigt werden könne.

»Das ist der Abrisszettel auf einem amtlichen Dokument mit einem QR-Code, der fotokopiersicher ist, um Datenschutz zu garantieren. Der eine Teil ist für das Labor und der andere für den Getesteten. Dieser kann den Code für sein Testergebnis mit seinem Handy in die App laden. Anonym.« Es seien jedoch bislang nicht genug der Dokumente gedruckt worden.

Die App soll helfen, Infektionsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen. Wenn es eine Begegnung mit jemanden gab, der später positiv auf das Coronavirus getestet wurde, soll das Handy den Besitzer informieren. Bisher gibt es die am 16. Juni in Deutschland gestartete App auf Deutsch, Englisch und Türkisch.

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dpa