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Deutsche Industrie verunsichert

Prism und Tempora spielen Bechtle in die Hände

11. Juli 2013, 18:09 Uhr   |  Martin Fryba | Kommentar(e)

Prism und Tempora spielen Bechtle in die Hände

Bechtle-Chef Olemotz: Hosted in Germany macht die Runde (Foto: Bechtle)

»Hosted in Germany« ist derzeit ein sehr gutes Argument, um verunsicherten Kunden in Deutschland sichere Cloud- und Speicherlösungen zu verkaufen. Dies gemeinsam mit Cancom unter einem Dach zu tun, käme Bechtle-Chef Thomas Olemotz nicht in den Sinn.

Deutschlands führendes Systemhaus Bechtle profitiert derzeit von der verunsicherten deutschen Industrie, die sich durch die Abhörpraxis ausländischer Geheimdienste Sorgen um den Datenschutz macht. Kunden würden mit dem Thema IT-Sicherheit derzeit verstärkt auf Bechtle zukommen, sagte CEO Thomas Olemotz gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Nach »Made in Germany« mache schon der Slogan »Hosted in Germany« die Runde, so Olemotz.

Insbesondere bei Cloud-Computing spielt der Datenschutz eine zentrale Rolle. Dabei geht es auch um Wirtschaftsspionage. Insbesondere US-amerikanische IT-Konzerne, die weltweit verteilte Rechenzentren betreiben und dort auch Daten und Anwendungen deutscher Industriekunden verarbeiten, meiden die Diskussion um Zugriffsrechte, die sich beispielsweise amerikanische Behörden seit dem Patriot Act einräumen. Deutschen IT-Dienstleistern, die ihre Rechenzentren hierzulande stehen haben, kommt die erhöhte Sensibilität seitens der Anwenderunternehmen zu gute. Allen voran T-Systems. Die Telekom-Tochter hatte schon vor längerem aus diesem Grund die Gründung einer Bundes-Cloud vorgeschlagen, die bei Innenminister Hans-Peter Friedrich Gefallen gefunden hat.

Von der aktuellen Diskussion profitiert nicht nur Bechtle. Auch dem konkurrierenden Systemhaus Cancom, das sich stark als Cloud-Architekt zu profilieren versucht, dürfte die Diskussion um das amerikanische Überwachungssystem Prism und dem britischen Pendant Tempora in die Hände spielen.

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2. Cancom die bessere Bechtle?

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