Zukauf und Abspaltung

Q.beyond richtet Geschäft neu aus

16. Juni 2021, 7:50 Uhr | Michaela Wurm | Kommentar(e)
Q.beyond-CEO Jürgen Hermann
Q.beyond-CEO Jürgen Hermann
© q.beyond

Mit dem Zukauf der Augsburger Datac Kommunikationssysteme will sich Q.beyond neue Wachstumschancen im Microsoft-Geschäft erschließen. Gleichzeitig denkt der IT-Dienstleister darüber nach, sich von seinem Colocation-Geschäft zu trennen.

Der Ende des vergangene Jahres aus der ehemaligen QSC hervorgegangene IT-Dienstleister Q.beyond richtet sein Geschäft durch gezielte Zukäufe und Ausgliederungen neu aus.

So prüft Q.beyond neben anderen strategischen Optionen den Verkauf des bestehenden Colocation-Geschäfts, das seit dem 1. Januar 2021 in der 100-prozentigen Tochtergesellschaft IP Exchange GmbH konzentriert ist. Die Housing- und Hosting-Tochter verfügt über drei Rechenzentren in München und Nürnberg und erzielte 2020 mit 51 Beschäftigten einen Umsatz von rund 20 Millionen Euro. Ziel der Ausgründung war es laut Unternehmen, die strategischen Optionen in dem investitionsintensiven Geschäftsfeld auszuloten und sich für Partnerschaften oder einen Verkauf zu öffnen.

»Das Colocation-Geschäft liefert seit Jahren solide Umsätze und Ergebnisbeiträge und wir haben keinen Handlungsdruck. Die Synergiebeiträge zu unserem Cloud-, SAP- und IoT-Geschäft sind jedoch gering und die zusätzliche Liquidität würde den Spielraum für Akquisitionen noch einmal vergrößern«, begründet Q.beyond-Vorstand Jürgen Hermann die Entscheidung. Die Chancen von IP Exchange könnten mit einem geeigneten neuen Eigentümer oder einem neuen Partner an der Seite von Q.beyond zudem noch besser genutzt werden.

Abspaltungen wie auch Akquisitionen gehören zur Wachstumsstrategie »2020plus« der ehemaligen QSC und jetzigen Q.beyond. 2019 trennte sich der Carrier von seinem angestammten Telekommunikationsgeschäft. 2020 wurde der Software-Engineering-Spezialist Incloud vollständig übernommen. Im Jahr 2021 und darüber hinaus sei der Erwerb weiterer Technologiefirmen geplant. Dabei verfolge man drei Schwerpunkte: »Erstens will Q.beyond mit Zukäufen ihren Branchenfokus verstärken oder verbreitern. Zweitens dienen Akquisitionen der gezielten Erweiterung des Produktportfolios, beispielsweise beim Thema Enterprise-Software. Und drittens geht es um die Ergänzung der vorhandenen Technologiekompetenz, um die Positionierung in zukunftsträchtigen Märkten wie Cloud-Services, Data-Analytics, Embedded Software, IoT und künstlicher Intelligenz zu verbessern.«

Mit einer Eigenkapitalquote von 74 Prozent und rund 40 Millionen Euro Nettoliquidität sieht sich die die schuldenfreie Q.beyond für mögliche Akquisitionen gut aufgestellt. Mit einem möglichen mehrheitlichen oder vollständigen Verkauf der IP Exchange GmbH würde sich der finanzielle Spielraum noch einmal deutlich erhöhen und zusätzliche Handlungsmöglichkeiten schaffen.

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  1. Q.beyond richtet Geschäft neu aus
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  3. Wachstumsstrategie »2020plus« auf Kurs

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