Reply Xchange 2022

Quantencomputing, Metaverse und Smart Mobility erlebbar gemacht

7. Juli 2022, 11:07 Uhr | Lukas Steiglechner | Kommentar(e)
Reply Xchange 2022
© Sandra Eckhardt

Nach zwei Jahren fand die Xchange des IT-Dienstleisters Reply wieder in Präsenz statt. Kunden und Reply-Mitarbeiter hatten sich zusammengefunden, um gemeinsam technologische Innovationen zu diskutieren und zu erleben. Mit dabei: die Zukunftsthemen Quantencomputing, Metaverse und Smart Mobility.

Metaverse, Quantencomputing oder Smart Cities: Auf der erstmals seit zwei Jahren wieder in Präsenz stattfindenden Reply Xchange stand der Austausch zu innovativen Lösungen im Mittelpunkt. Über 1.300 Kunden und Mitarbeiter waren am 24. Juni in der BMW Welt in München vor Ort, um neueste Tech-Trends kennenzulernen. In diesem Jahr standen weitere Themen wie Künstliche Intelligenz, Cyber Security, Cloud, Robotik sowie Nachhaltigkeit und Green IT im Zentrum. Im großen Ausstellungsbereich konnten die Besucher neue Technologien ausprobieren und mit Experten diskutieren.

Quantencomputing auch ohne Hardware

Komplexe Optimierungsprobleme lassen sich bereits mit Quantencomputing lösen. Die Software „MegaQUBO“ (Quadratic Unconstrained Binary Optimization) von Reply soll dabei einen Lösungsansatz bieten. Hinter der Technologie verbirgt sich ein „quanteninspirierter“ Algorithmus, mit dem Anwender nicht-lineare Optimierungsprobleme lösen können, obwohl sie aufgrund ihrer Komplexität nicht auf derzeit verfügbare Quantenhardware passen.

Mit der „MegaQUBO“-Lösung sollen sich auch Wartungsarbeiten effizienter organisieren lassen. Der Energiekonzern Enel nutzt die Simulation einer Quantenberechnung, um eine Planung zu erstellen, bei der die Zeit für die Wartungstätigkeit maximiert und Anfahrtszeit minimiert wird. So sollen Wartungsaktivitäten effizient und schnell unter den verschiedenen Serviceteams aufgeteilt werden. Damit soll eine Planung von Instandhaltungsarbeiten, eine schnelle Verfügbarkeit und eine effizientere Ressourcennutzung letztlich Kosten senken.

In einem Projekt der Bahn in Italien soll der quanteninspirierte Algorithmus für eine bessere Platzierung von Zügen auf den nahe beieinanderliegenden Gleisen sorgen und somit die Umsteigezeiten und -wege verkürzen. Der Algorithmus zieht dabei die verschiedenen Faktoren in die Optimierung mit ein, wie etwa die Verbindung der verschiedenen Gleise zu den jeweiligen Ziel- und Herkunftsorten.

So unterschiedlich die Anwendungen auch sind: Allen gemein ist die Identifikation verschiedenster Einsatzpotenziale und die Lösung entsprechender Optimierungsanforderungen mithilfe von Quantencomputing-Methoden, die dank Simulation bereits heute geschäftsrelevante Problemgrößen erfassen können.

Das Metaverse als kollaborativer Raum

Mit VR-Brillen und Steuerung konnten Besucher der Reply Xchange virtuelle Räume im Metaverse erkunden.
Mit VR-Brillen und Steuerung konnten Besucher der Reply Xchange virtuelle Räume im Metaverse erkunden.
© Sandra Eckhardt

Möglichkeiten des Metaverse wurden ebenfalls auf der Reply Xchange vorgeführt: unter anderem virtuelle 3D-Räume, in denen eine geteilte und personalisierte Online-Erfahrung ermöglicht wird. Sowohl in der Arbeitswelt für immersive Treffen und Remote-Zusammenarbeit soll die Technologie Einzug finden als auch im E-Commerce. Über öffentlich zugängliche begehbare virtuelle Welten sollen Anbieter ihre Marken mit einzigartigen digitalen Erlebnissen darstellen und auf eine neue Art erlebbar gestalten können. Ob digitale Konzerte, Fashion Shows oder Konferenzen oder ganze Markenwelten in 3D-Form – mit dem Metaverse sollen Möglichkeiten entstehen, neue Perspektiven zu erschließen. Im Bereich E-Commerce ist es zudem möglich, das Metaverse künftig als weiteren Verkaufskanal einzuführen und Nutzer über einen virtuellen Shop ein neues Einkaufserlebnis zu bieten.

Smart City und smart Mobility

autonom fahrender Bus
Der „People Mover“ transportiert in Regensburg täglich Personen. Mittels Kamera und Sensoren erkennt er Hindernisse.
© Sandra Eckhardt

Im Außenbereich der BMW Welt gab es auch die Möglichkeit, eine Fahrt mit einem autonom fahrenden „People Mover“ aus Regensburg zu unternehmen. Im Rahmen eines Pilotprojekts befördert dieser Bus täglich Passagiere im Gewerbepark der Stadt. Mittels Sensorik (Kamera und LiDAR) erkennt der Bus Hindernisse und bewegt sich so selbstständig fort. Um den Erfassungsbereich des Shuttles zu erweitern, hat Reply an einer hoch frequentierten Kreuzung mehrere LiDAR-Edge-Systeme in die Infrastruktur integriert. Diese erkennen sämtliche Verkehrsteilnehmer DSGVO-konform, klassifiziert sie und berechnet ihre Bewegungen in den nächsten Sekunden. Erkennen und Klassifizieren erfolgen durch trainierte neuronale Netze, die sowohl PKWs als auch LKWs, Busse, Radfahrer und Fußgänger identifizieren. In der Cloud werden für die erkannten Objekte jeweils die Richtung und Geschwindigkeit gemessen und ihre weitere Bewegung prognostiziert. Sollten sich zwei Wege überschneiden und könnte es zu einer Kollision kommen, wird ein Alarm versendet.

Der Einsatz von 5G MEC (Multi-Access Edge Computing) in Verbindung mit AWS Wavelength zwischen dem Edge-System, der Cloud und dem Fahrzeug sorgt für sehr niedrige Übertragungs-Latenzzeiten bis maximal 15 Millisekunden, sodass Kollisionswarnmeldungen zeitig gesendet und potenziell gefährliche Situationen somit vermieden werden können. Das System liefert zudem einen Gesamtüberblick im Kreuzungsbereich, sodass die Fahrzeuge de facto um die Ecke sehen können. Ein Alarm kann direkt im Shuttle angezeigt werden. Weitere Verkehrsteilnehmer werden durch ein Signal in der Infrastruktur wie etwa bestimmte Warneinrichtungen informiert oder über eine App vorgewarnt.

Zuerst erschienen auf funkschau.de.


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